Hazim Fouad (Mitte) stellte die Ergebnisse seiner Forschungsarbeiten gemeinsam mit Dierk Schittkowski (links) und Ulrich Mäurer (rechts) vor. Foto: Senator für Inneres
Extremismus

Muslimische Kritik an Salafisten

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Der Bremer Wissenschaftler Hazim Fouad belegt einen breiten Widerstand in seiner Dissertation.

In Bremen leben rund 50.000 Muslime. Etwa 540 davon gelten nach Angaben des Verfassungsschutzes als Salafisten, also Anhänger einer ultrakonservativen Strömung. Als gewaltbereit wird von diesen „eine niedrige zweistellige Zahl an Personen“ eingestuft, wie Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) sagt.

Doch was wird in der Hansestadt eigentlich gegen sich potenziell radikalisierende Salafisten getan? Und wie geht die muslimische Community mit den extremen Ausprägungen ihrer Religion um? Hazim Fouad, Islamwissenschaftler und Mitarbeiter des Bremer Landesamtes für Verfassungsschutz, ist diesen Fragen nachgegangen.

Ablehnung der Salafisten kaum öffentliches Thema

„Es gibt eine riesige Fülle an Salafismus-Kritik im Islam“, sagt Fouad bei der Vorstellung der Ergebnisse seiner Doktorarbeit. Er hat für seine Arbeit Bücher, Predigten und Schriften aus aller Welt untersucht.

„Dem Salafismus steht allerdings keine geeinte Front an Kritikern gegenüber. Nicht jeder Kritiker ist ein lupenreiner Demokrat, denn das Spektrum reicht von liberal-modernen bis zu ultra-konservativen Positionen“, erklärt der Bremer Wissenschaftler.

Zudem sei die zumeist ablehnende Haltung der Muslime gegenüber salafistischen Gruppen nicht häufig Thema in der Öffentlichkeit. „Doch wir wissen von vielen Gemeinden in Bremen, die Salafistenprediger nicht in ihre Moscheen hineinlassen“, sagt der Leiter des Bremer Verfassungsschutzes, Dierk Schittkowski.

Präventionsarbeit gibt es auch in Bremen

Als muslimisches Engagement gegen den Extremismus sei auch das Präventionsprojekt al-Etidal der Religionsgemeinschaft Schura Bremen zu nennen.

Er betonte, wie wichtig die Dissertation Fouads für die Arbeit seiner Behörde sei. „Der Verfassungsschutz hat den Auftrag, über extremistische Bestrebungen aufzuklären. Dazu gehört auch, eine Trennung zwischen der geringen Anzahl an extremistisch eingestellten Muslimen und der nicht extremistischen Mehrheit aufzuzeigen.“

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1 Antwort

  1. Gunnar-Eric Randt sagt:

    Die Kirchen beklagen zum Glück stetigen Mitgliederschwund

    Einmal davon abgesehen, dass auch ein Teil gewaltbereiter Salafisten oder IS-Krieger sich aus Konvertiten vom Christentum zum Islam oder zuvor glaubens- und religionsfrei lebenden Menschen rekrutiert hat, laufen der hier heimatstammverwurzelten Religion und ihren Vertretern die Gläubigen davon, ohne zukünftig Wert auf religiösen Beistand zu legen.

    Diese Entwicklung wird auch von Christen, die keiner Gemeinde oder Freikirche angehören, als eine glückliche Fügung betrachtet. Um so bedenklicher empfinden es hier herkunftsstammverwurzelte, christliche Demokraten, die ihr Wahlrecht als Nichtwähler nutzen, dass eine Zuwandererreligion, die anderen Ortes häufig als einzig tolerierbare und zugelassene Staatsreligion gelebt wird, so große Beachtung in ihrer christlichen Herkunftsstammwurzelheimat findet.

    Viel wesentlicher wird in Zukunft die Frage sein, wie viele Muslime bereit sind, sich religionsfrei als Deutsche zu integrieren oder zum hier heimatstammverwurzelten Christentum zu konvertieren, weil sie mit deutschem Pass in Deutschland leben und integriert sein wollen.

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