Geschäftsführerin Nicole Nowak (l.) und Kuratorin Nadja Quante (r.) kümmern sich um alle Abläufe im Künstlerhaus Bremen.Foto: Schlie Geschäftsführerin Nicole Nowak (l.) und Kuratorin Nadja Quante (r.) kümmern sich um alle Abläufe im Künstlerhaus Bremen. Foto: Schlie
Museum im Quartier

Kollaborationen im Künstlerhaus Bremen erwünscht

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Das Künstlerhaus Bremen vereint Förderung, Produktion und Galerie unter einem Dach.

Das Künstlerhaus Bremen ist kein Museum im klassischen Sinn, vielmehr verbindet es Ateliers, Studios, Werkstätten und Künstlerverbände miteinander sowie eine Tischlerei, eine Galerie und ein Restaurant.

Alle zusammen bilden einen Ort, an dem Kunst entsteht und junge Künstler gefördert werden. „Es ist eine einzigartige Struktur“, sagt Geschäftsführerin Nicole Nowak.

Galerie ist offen für alle

Neben dem Restaurant ist der öffentliche Bereich des Künstlerhauses die Galerie. Dort stellen jährlich bis zu vier internationale Künstler aus. Jedes Jahr bezieht zudem ein Gaststipendiat ein Jahr lang eines der 17 Ateliers, gefördert durch das Bremer Atelierstipendium. Zum Abschluss zeigt der Stipendiat seine Werke in der Galerie.

Hinzu kommt die Jahresgaben-Ausstellung, eine Art Sammlung. Für diese produzieren die ausstellenden Künstler eines Jahres Stücke, die dann als Edition oder Unikat angeboten werden.

„Die Künstler aus den anderen Ateliers stellen nicht im eigenen Haus aus. Sie präsentieren ihre Arbeiten an Tagen der offenen Tür, zu hauseigenen Veranstaltungen wie dem Hausbesuch oder im Rahmen der offenen Ateliers“, erklärt Kuratorin Nadja Quante.

Atelierplätze im Künstlerhaus Bremen

Die jungen Bremer, die meist direkt nach dem Studium oder der Meisterklasse eines der Ateliers beziehen, profitieren laut Quante jedoch sehr von den Ausstellungen und der Vernetzung. Die Vergabe der Atelierplätze für jeweils fünf Jahre übernimmt nach der Ausschreibung eine Fachjury.

„Die Künstler haben die Möglichkeit, eng zusammen zu arbeiten und sich auszutauschen. Die Ateliers haben das Potenzial zu Kollaborationen. Junge Künstler haben so die Möglichkeit, sich zu etablieren“, sagt Quante.

Künstler aus der ganzen Welt

Sie ist es, die die ausstellenden Künstler aus aller Welt nach Bremen einlädt. Als Kulturwissenschaftlerin denkt Quante fachübergreifend und hat mit Nowak ein begleitendes Programm zu den Wechselausstellungen ins Leben gerufen.

So werden im Künstlerhaus Bremen auch Vorträge gehalten sowie vertiefende Workshops zu den jeweiligen Ausstellungen angeboten – immer möglichst kostenfrei für die Besucher. Daneben können Kunstinteressierte auch eine der regelmäßig angebotenen Kuratorenführungen besuchen.

„Im Gegensatz zu einem Museum sind Besucher hier näher am Künstler dran“, sagt Quante, deren Fokus für das Galerie-Programm auf gesellschaftlichen Fragen liegt.

Die gerade eröffnete Ausstellung „Mutating Mary“ der Künstlerin Dafna Maimon ist bis zum 17. November im Künstlerhaus Bremen zu sehen. In „Mutating Mary“ entwirft Maimon ein absurdes Szenario mit der historischen Figur der Mary Mallon (1869 bis 1938). Mallon wurde dadurch bekannt, dass sie den Typhuserreger in sich trug, ohne selbst zu erkranken. Diese Figur verbindet Maimon mit Ideologien über die Rolle der Frau und Mutter, illustriert mit Zeichnungen und Skizzen.

Infos: kuenstlerhausbremen.de

Weitere Museen in Bremer Quartieren:

Krankenhaus-Museum Bremen

Schulmuseum Bremen

Das Depot

Tischlereimuseum Bremen

 

 

 

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