Stadtbücherei-Leiterin Anika Schmidt stellte gestern zusammen mit ihren Kolleginnen das neue System der Einrichtung vor und verriet, was es ab Montag alles neues für die Kunden gibt.Foto: Eckert Stadtbücherei-Leiterin Anika Schmidt stellte gestern zusammen mit ihren Kolleginnen das neue System der Einrichtung vor und verriet, was ab Montag alles neu für die Kunden ist. Foto: Eckert
Wiedereröffnung

Stadtbücherei hat jetzt alles in Klarschrift

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Für die Mitarbeiterinnen der Delmenhorster Stadtbücherei waren die vergangenen vier Wochen äußerst bewegt.

„Wir haben alles einmal von oben nach unten umgekrempelt und wieder zurück“, macht Stadtbücherei-Leiterin Anika Schmidt den Einsatz der Kollegen deutlich. Künftig sei nun alles in Klarschrift aufgeteilt, sagt sie.

Die nummerische Systematik mit den kryptischen Zahlen und Buchstaben an den Buchrücken gehören demnach der Vergangenheit an. Einen Impuls für die klare Ausweisung der rund 66.000 Medien in der Delmenhorster Einrichtung hat die Mitarbeiterin Bärbel von Minden gegeben. „Sie kommt nicht aus dem Büchereibereich, sondern aus dem Buchhandel“, erklärt Schmidt. Auch dort würden die Medien thematisch und zielgruppenorientiert präsentiert.

33 Kabinette in der Stadtbücherei

Künftig wird es 33 sogenannte Kabinette in der Stadtbücherei geben, die wiederum in einzelne Themenbereiche sortiert sind. „Das war aufgrund der räumlichen Struktur zunächst eine Herausforderung für uns“, verrät Schmidt.

Zu finden sind die Bücher, CDs und Filme ab morgen in den Kabinetten „Lernen“, „Lifestyle“ und „Schöne Künste“. Zum Kabinett „Lernen“ gehören alle Medien rund um die Themen Schule und Weiterbildung. Im Bereich „Lifestyle“ sind Medien zu Sport, Genuss und Psychologie einsortiert. Bei den „Schönen Künsten“ dreht sich alles um Hobby, Kreatives, Kunst, Musik, und Kultur.

Auch hinsichtlich der Aufenthaltsqualität hat sich die Einrichtung verändert: „Die Stadtbücherei ist einer der wenigen nicht-kommerziellen Orte in der Stadt. Sie ist ein Treffpunkt für Menschen, die Bücher ausleihen, Zeitung lesen, für die Schule lernen oder sich einfach nur aufwärmen möchten“, erklärt Schmidt. Laut einer Umfrage würden sich über 50 Prozent der Kunden pro Besuch mehr als 30 Minuten in der Einrichtung aufhalten. „Deshalb haben wir mehr Sitzgelegenheiten und auch einen Arbeitsbereich für Personen geschaffen, die mit ihrem Laptop zu uns kommen. Der „Arbeitsbereich“ in der Stadtbücherei sei außerdem mit mehreren USB-Anschlüssen und Steckdosen ausgestattet worden. Zudem sei das WLAN bis zu sechs Stunden kostenfrei nutzbar.

Schwerpunkte in der Ausleihe wurden neu gesetzt

Im Zuge der Umstrukturierung wurden auch die Schwerpunkte in der Ausleihe überarbeitet und neu entwickelt. „Die meiste Ausleihe haben wir in der Kinder- und Jugendabteilung. Dieser wurde allerdings früher der kleinste räumliche Bereich zugeteilt“, sagt Schmidt. Stattdessen sei ein Drittel des Gesamtbestandes Sachliteratur gewesen. „Die Art des Informierens hat sich jedoch in den vergangenen Jahren enorm verändert. Vieles wird mittlerweile einfach gegoogelt“, erläutert die Bücherei-Leiterin. Deshalb sei die Gewichtung künftig anders. „Wir haben jährlich eine Erneuerungsquote von zehn Prozent. Wir brauchen kein Einrichtungsratgeber aus den 80 er Jahren und keinen Reiseführer der älter als sechs Jahre ist“, betont sie.

Aufgestockt und für die allgemeine Ausleihe erweitert wurde die sogenannte „Bibliothek der Dinge“. Dazu gehören neben diversen Abspielgeräten, Hörstiften, neuen E-Book-Readern und Toniboxen beispielsweise auch Lern-Roboter, wie der Beebot, eine kleine, über Knöpfe programmierbare Kunststoffbiene, oder der über ein Tablet programmierbare Ozobot-Miniroboter.

„Wir sind ganz gespannt, wie unsere großen und kleinen Kunden das annehmen“, sagt Schmidt. Früher waren die Geräte nur Mitarbeitern der städtischen Einrichtungen und Pädagogen vorbehalten.

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Eine Antwort

  1. Gunnar-Eric Randt sagt:

    Geschlechterspezifisch gleichberechtigende Stellenbesetzungen?

    So wie sich der Artikel liest, fehlt es in Delmenhorst an mindestens einem Gleichstellungsbeauftragten, der in der Bibliothek seinen Arbeitsplatz hat.

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