Ein langer, ruhiger – verseuchter Fluss: die OchtumFoto: av Ein langer, ruhiger – verseuchter Fluss: die Ochtum. Foto: Archiv
Grolland

Gift im Fluss: Infos zur Verschmutzung der Ochtum

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Die Milch von Kühen, die an der Ochtum weiden, soll nun untersucht werden.

In der Ochtum und im angrenzenden Grabensystem ist eine gefährliche chemische Substanz festgestellt worden (WESER REPORT berichtete). Es handelt sich um PFOS, Perfluoroctansulfonsäure, die jahrzehntelang dem Löschschaum der Feuerwehren zugesetzt wurde, unter anderem am Bremer Flughafen.

Die Substanz baut sich in der Natur kaum ab und lagert sich im Körper an. PFOS gilt seit den 1990er Jahren als möglicherweise krebserregend und kann Bauchspeicheldrüse, Leber und Nieren schädigen.

Infos für Anwohner der Ochtum

Die Kanzlei KWAG Rechtsanwälte lädt diesbezüglich zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung ein:

Mittwoch, 2. Oktober, 19 Uhr, im Grollander Krug, Emslandstraße 30. Der Umweltingenieur Thomas Caro wird über die Gefahren von PFOS informieren.

Neben den betroffenen Anwohnern werden auch Mitglieder der Fischereivereine teilnehmen, die Schadensersatz geltend machen wollen. Selbst wenn am Flughafen angeblich seit 2003 kein PFOS mehr verwendet wird, gelangt die Chemikalie immer noch in die Gewässer der Umgebung, wie eine Wasserprobe von Ende August ergeben hat, die von der Kanzlei veranlasst wurde.

Milch soll ebenfalls untersucht werden

Mittlerweile rät das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium davon ab, Fische aus der Ochtum zu essen. Grund ist eine zum Teil dramatisch hohe Konzentration von PFOS etwa in Aalen und Brassen. Nun soll auch die Milch von Kühen untersucht werden, die in der Nähe des Flusses weiden.

Betroffen ist obendrein eine Vielzahl von Anwohnern vor allem in Bremen-Grolland und Stuhr, deren Grundstücke an die belasteten Gewässer grenzen. Häufig wurde Ochtumwasser zum Gießen der Gärten verwendet.

PFOS wird deshalb wahrscheinlich auch im Gemüse, in Obst und anderen Nutzpflanzen angereichert sein. Ebenfalls besteht das Risiko, dass auch das Grundwasser kontaminiert ist. Die Anwohner beklagen, die Behörden würden nur zögerlich und nicht umfassend über die Gefahr informieren.

von Jens Fischer

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1 Antwort

  1. Gunnar-Eric Randt sagt:

    Wer wohnt denn schon gern in Huchting oder Stuhr? Lediglich Menschen mit einfacheren Gemütern. Deshalb hat Huchting ja das Laufhaus bekommen und grenzt an die Neustadt.

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