x1-Stadtamt_4,5sp Wer in Bremen sein Auto anmelden will, muss immer noch bei der Zulassungsstelle im Stadtamt vorsprechen. Eigentlich sollte der Gang zur ­Behörde nicht mehr notwendig sein. Foto: Schlie
Behörden

Ärger bei der Autozulassung

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Bremen muss den angekündigten Start der Anmeldung über das Internet verschieben.

Die Zulassung eines Autos könnte so einfach sein – und schneller als bisher. „Wir wollen weg vom Papierkram und lästigen Behördengängen hin zu einer modernen digitalen Verwaltung“ hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer noch im August angekündigt.

Vom 1. Oktober an sollten Autobesitzer ihr Fahrzeug per Mausklick anmelden oder ummelden können. „Das ist Bürgerservice pur“, lobte sich Scheuer.

Bremer müssen vorerst verzichten

Die Bremer müssen auf diesen Bürgerservice vorerst verzichten. „Das An- und Ummelden ist in Bremen nicht möglich“, sagt eine Sprecherin der Innenbehörde. „Es gibt Probleme mit der Bezahlplattform“.

Dabei konnte das Stadtamt schon Erfahrung mit einer Online-Zulassung sammeln. Denn die Wiederzulassung auf denselben Halter kann schon seit zwei Jahren über das Internet erfolgen. Aber auch diese Funktion ist plötzlich gestört.

Schleswig-Holstein musste Start ebenfalls verschieben

Auch andere Bundesländer klagen über Probleme beim „i-Kfz“, wie das Ministerium den neuen Service bewirbt. Schleswig-Holstein etwa musste den Start ebenfalls verschieben.

Den Grund nannte die Landesbehörde in Kiel nicht. Die IT-Experten dort vertrösten die Autofahrer auf Mitte Oktober. Aber so ganz sicher sind sich da einige Mitarbeiter offenbar nicht, wie der Norddeutsche Rundfunk berichtet.

Wann der neue Bürgerservice in Bremen startet, kann die Sprecherin der Innenbehörde nicht sagen.

Aus Schleswig-Holstein oder anderen Bundesländern ist da offenbar wenig Hilfe zu erwarten. Denn die Probleme in den einzelnen Ländern haben unterschiedliche Ursachen.

Mehr als 600 Anträge pro Tag

Deshalb heißt es für Bremer bei Autozulassungen wieder: warten.
Mehr als 600 Anträge bearbeiten die rund 40 Beschäftigten in der Kfz-Zulassungsstelle der Hansestadt durchschnittlich – pro Tag.

„Manchmal dauert es drei bis vier Stunden“, sagte Detlef Delikat vom Bremer ADAC Ende August, als er sich schon auf die Online-Zulassung freute.

Sie wäre so einfach: Notwendig sind nur ein Personalausweis mit aktivierter Online-Funktion, ein Kartenlesegerät oder Smartphone mit dem Betriebssystem Android und der kostenlosen App „AusweisApp2“.

So kann sich der Autobesitzer im Online-Portal der Zulassungsbehörde identifizieren und dann die benötigten Daten eintragen. Zwei bis drei Tage später erhält er per Post Kennzeichen und Plaketten. „Bürgerservice pur“ eben, wie Scheuer sagte.

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2 Antworten

  1. Gunnar-Eric Randt sagt:

    Ärger beim Autoabstellen folgt jetzt schon wieder

    Der Findorffer Beirat hat geschlafen. Noch immer ist Findorff kein Anwohnerparkquartier. Auf der schwachhausener Seite des Torfkanals sind pünktlich zum Freimarkt Wildparkflächen verbaut worden, so dass der Parkplatzsuchverkehr zum Freimarkt im Stadtteil Findorff noch mehr wird.

    Findorffer und ihre Stadtteilvertreter im Beirat, freuen sich jetzt auf mehr Parkplatzsuchverkehr von in Bremen und Niedersachsen zugelassenen Autos im Stadtteil. Aber Hauptsache das Wildparken zum Freimarkt wird unterbunden.

  2. Gunnar-Eric Randt sagt:

    Bremer Politik macht Behördenmitarbeiter im Stadtstaat krank

    Butenbremer wissen, dass es in Schleswig-Holsteins Städten nicht länger als 15 Minuten dauert, seine Fahrzeugpapiere mit einer neuen Wohnadresse versehen und ausstellen zu lassen. Dort ist der Krankenstand in den zuständigen Behörden allerdings nicht so hoch, wie in Bremen.

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