Rolf Hannet ist Vorsitzender des Vereins Adern der Stadt.Fotos: Füller Rolf Hannet ist Vorsitzender des Vereins Adern der Stadt. Fotos: Füller
Museum im Quartier

Netzmuseum Bremen: Unsichtbares sichtbar gemacht

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Der Verein Adern der Stadt zeigt im Netzmuseum Bremens Versorgungsgeschichte.

Mit einem lauten Knall saust der Leistungsschalter für ein 10.000 Volt-Kabel, Baujahr 1920, herab. Knapp 300 Kilogramm wiegt er. Der Schalter ist eines von zahlreichen Exponaten im Netzmuseum im alten Umspannwerk Wehrdamm am Hastedter Osterdeich.

Träger des 2012 mit Unterstützung der SWB eröffneten Museums ist der Verein Adern der Stadt. „Erste Ansätze hatte es schon vor 30 Jahren gegeben, leider scheiterte die Umsetzung immer an Räumen und der Finanzierung“, sagt Rolf Hannet, Vorsitzender des Vereins.

Im Museum gibt es unterschiedliche Bereiche.

Im Museum gibt es unterschiedliche Bereiche.

Was passiert unter der Oberfläche?

Heute besuchen jährlich etwa 1.400 Personen die Ausstellung. Neben dem Museum ist auch ein Archiv sowie eine Mediathek im Gebäude untergebracht, beides noch im Aufbau und zukünftig als öffentliche Bereiche geplant. Zudem sollen Kooperationen mit Schulen geschlossen werden.

Sehen, was sonst unsichtbar ist – das ist es, was das Netzmuseum ausmacht. Schon der Name des Vereins verrät: Es geht um die Dinge, die unter der Oberfläche passieren. Strom, Wasser, Gas, Wärme und Beleuchtung sind die Themenbereiche.

An den Wänden des Ausstellungsraums finden Besucher Technik zum Anfassen, Sonderexponate und Tafeln voller Zahlen. Zusätzlich gibt es QR-Codes, über die weitere Informationen abgerufen werden können.

Bremen als erste Stadt elektrisch beleuchtet

Los geht es mit der Versorgungshistorie der Hansestadt. 1847 begann in Bremen die Geschichte der Energieversorgung mit dem Entzünden von Gaslaternen in zwei Straßen und am Bahnhof. Die erste Gasanstalt ging 1854 in Betrieb, 1873 die erste zentrale Wasserversorgung. 1893 lieferte schließlich das erste Elektrizitätswerk Strom.

„Gerade Beleuchtung bewegte die Menschen schon immer“, sagt Hannet. Und so war Bremen die erste Stadt in Deutschland, die bereits 1918 ausnahmslos mit elektrischer Beleuchtung ausgestattet war.

Kabel, Rohre, Schaltanlagen und Gasleitungen zeigen den Museumsbesuchern, wie einzelne Netze aufgebaut sind. Hinzu kommen weitere Exponate wie ein Kabelschussgerät zum Zerschießen von Kabeln im Betrieb, zerstörte Kabel und Leitungen sowie ein Holzwasserrohr aus der Römerzeit.

Wasserrohr aus der Römerzeit

Wasserrohr aus der Römerzeit

Historische Stücke im Archivkeller

Interessierte können die Ausstellung alleine oder geführt besuchen. Letzteres beinhaltet die ein oder andere zusätzliche Information, etwa, dass die ältesten heute noch in Bremen liegenden 10.000-Volt-Kabel aus dem Jahr 1933 stammen und bald ausgetauscht werden müssen. Zudem trägt jedes Kabel einen Namen: Da gibt es beispielsweise Manfred, Jutta und Emma. Auf Plänen können Besucher herausfinden, wie das Kabel vor ihrer eigenen Tür heißt.

62 Mitglieder hat der Verein Adern der Stadt heute, alle bis auf eine Handvoll sind ehemalige Stadtwerker. „Wir freuen uns aber über jeden, der mitmachen möchte“, sagt Hannet.

Zu sehen sind auch historische Stücke.

Zu sehen sind auch historische Stücke.

Im Archivkeller des Gebäudes lagern Hunderte weitere Exponate. „Unser ältestes Stück ist ein Gleichstromzähler Baujahr 1885. Interessant ist aber auch eine Wellenbad-Schaukel von 1894“, verrät der Vereinsvorsitzende.

Infos: adern-der-stadt.de

Geöffnet: Mittwoch 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung.

Der Eintritt ist frei.

 

 

Weitere Teile der Museums-Serie:

Krankenhausmuseum Bremen

Schulmuseum Bremen

Das Depot

Tischlereimuseum Bremen

Künstlerhaus Bremen

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