In Bremer Kitas fehlt Personal. Um mehr Menschen für den Beruf des Erziehers zu gewinnen, will das Bildungsressort nun die Einstellungsan­forderungen deutlich lockern und Fachkräfte aus anderen Bereichen anwerben. Foto: Barth
Erziehermangel

Bremen will mehr Quereinsteiger einstellen

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Die Bremer Kita-Träger sollen ein Regierungskonzept zur Einstellung alternativer Fachkräfte unterschreiben.

Hebammen, Ergotherapeutinnen, Kunstpädagoginnen oder Physiotherapeutinnen: Der Bremer Senat arbeitet zur Zeit daran, neue Fachkräfte für Gruppenleitungen in Kindertageseinrichtungen zu gewinnen.

Wie aus einem Papier hervorgeht, das dem WESER REPORT vorliegt, sollen demnach besonders Quereinsteiger gelockt werden, die bisher noch gar nicht für eine erzieherische Tätigkeit infrage gekommen sind, um den Fachkräftemangel zu beheben.

Quereinsteiger brauchen Nachqualifizierungen

Vorgesehen sind einerseits Personen mit einem Universitäts- oder Fachhochschulabschluss im Haupt- oder Nebenfach Pädagogik. Andererseits kommen demnach auch Personen mit einem Fachhochschulabschluss oder einer Berufsausbildung als Arbeitstherapeutin, Diakonin, Ergotherapeutin, Hebamme, Kinderkrankenschwester oder -pfleger, Kunstpädagogin, Logopädin, Motopädin, Musikpädagogin oder Theaterpädagogin infrage.

Nachqualifizieren können sich die Bewerber über Maßnahmen des Paritätischen Bildungswerkes. Über den genauen Bedarf sollen die Träger selbst bestimmen, vorgegeben ist nur ein Mindestmaß von 278 Präsenzstunden pro Maßnahme. Die neuen Vorgaben für den Quereinstieg sollen zunächst für drei Jahre gelten, eine Verlängerung soll geprüft werden.

Evangelischer Träger begrüßt Pläne

Was noch fehlt, bevor der neue Fachkräftekatalog greift, sind die Unterschriften der Bremer Kita-Träger. Carsten Schlepper, Leiter des Landesverbandes Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder, begrüßt die Maßnahmen.

„Wir glauben, dass die Einstellung von Quereinsteigern gut gelingen kann“, sagt er. Seiner Einschätzung nach steht eine Einigung kurz bevor. „Ich halte das für eine sehr gute Chance, allerdings hätten diese Maßnahmen schon deutlich früher kommen müssen“, sagt er.

CDU kritisiert Maßnahme als Notnagel

Kritik kommt dagegen von der CDU-Fraktion. „Die Öffnungsklausel ist in keine Gesamtstrategie eingebunden“, sagt die bildungspolitische Sprecherin Sandra Ahrens. „Notmaßnahmen mit Qualitätsabsenkungen sind in der jetzigen Notsituation zu vertreten, wenn der Senat das in ein schlüssiges Gesamtkonzept einbettet, wie er schnellstmöglich genügend qualifizierte Erzieherinnen gewinnen und ausbilden will. Das darf keine alleinige Dauerlösung sein“, findet sie.

Laut Annette Kemp, Sprecherin des Bildungsressorts, sollen bis 2025 insgesamt rund 3.000 Erzieher in Bremen tätig sein.

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