Das Haus 21 des Spieldorfes. Foto: Meyer
Bookholzberg

Reetdach der Erinnerungen

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Das Haus 21 der Freilichtbühne Stedingsehre wurde an die Gemeinde Ganderkesee verkauft.

Der symbolische Schlüssel leuchtet blau, als am regnerischen Donnerstagvormittag das Haus Nummer 21 des Spieldorfs der Freilichtbühne Stedingsehre von der Inntegrativ GmbH in die Hände der Gemeinde Ganderkesee übergeht. Dass der Schlüssel zunächst in Gemeindehänden landet, ist hierbei bloße Formalität.

Letzten Endes soll in dem Reetdachhaus ein Informations- und Dokumentationszentrum entstehen, das derzeit vom Arbeitskreis und Förderverein Freilichtbühne Bookholzberg geplant wird. Im Namen des Vereins ist schon zu merken, wie vorsichtig mit dem Wort Stedingsehre umgegangen wird. Stedingsehre war als Freilichtbühne eine Kultstätte des NS-Regimes.

So unterstreicht auch Lars Pallinger: „Eine verantwortungsvolle Nutzung ist wichtig.“ Pallinger weiter: „Das Spieldorf soll kein Geisterdorf sein.“ Derzeit stecke man zirka 70.000 Euro in den jährlichen Erhalt der Anlage, doch jeder Tag Leerstand sei ein verlorener Tag. Auch Christian Wolf, Allgemeiner Vertreter des Landrats, Landkreis Oldenburg, bestätigt: „Man sollte sich noch Zeit zum Nachdenken über die Nutzung des Ortes gönnen“, als die Frage aufkommt, was man mit dem Rest des Spieldorfes zu tun gedenke. Der Name Stedingsehre sei jedenfalls alt, auf 1834 datiert es ein Mitglied des Arbeitskreises.

Letzte Formalitäten vor der Restaurierung

Bevor es an die Restaurierung des Hauses 21 gehen kann, ist noch ein Gang zum Notar fällig, der den Kaufvertrag noch beglaubigen muss. Diese letzte Formalität stellt laut Bürgermeisterin Alice Gerken eine vergleichsweise kleine Hürde dar, mit der der Arbeitskreis bereits umgegangen ist. „Der Funke muss immer wieder neu überspringen, damit die Flamme weiterlebt.“ Damit wolle sie sagen, dass alle Mitglieder des Arbeitskreises eine gewisse Hartnäckigkeit bewiesen hätten, dank der nun das Infomrations- und Dokumentationszentrum im Haus 21 entstehen kann. Ein Museumsplaner ist hierfür bereits engagiert.

Dietmar Mietrach ist der Vorsitzende des Arbeitskreises und Fördervereins und spricht davon, man wolle im Eingang des Hauses zunächst einen kurzen Informationsfilm zeigen. „Das ganze Haus wird ein Lernort werden“, so Mietrach.

Das Haus 21 ist das erste und voraussichtlich letzte aus dem Spieldorf, das sich in Gemeindebesitz befindet. Der Kaufpreis lag bei 50.000 Euro, welchen die Renovierungskosten von voraussichtlich 257.000 Euro jedoch klar in den Schatten stellen.

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