Steinkauz beim Mittagessen. Er ist gut 20 Zentimeter lang, wie eine Drossel, hat einen kompakten Körperbau, rundlichen Kopf und braun-grau gesprenkeltes Gefieder. Foto: pv Steinkauz beim Mittagessen. Er ist gut 20 Zentimeter lang, wie eine Drossel, hat einen kompakten Körperbau, rundlichen Kopf und braun-grau gesprenkeltes Gefieder. Foto: pv
Tierschutz / Stuhr

Stuhr hat einen Steinkauz

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Der Naturschutzbund ruft zum Zählen der seltenen Tiere auf.

Nach Schleiereule, Waldkauz, Waldohreule und Uhu ist nach vielen vergeblichen Aufrufen und einer ausgesetzten Prämie von 50 Euro bei Erstmeldung ein Steinkauz zweifelsfrei in der Gemeinde Stuhr, Ortsteil Mackenstedt, gesichtet worden. Und das mit einem kuriosen Hintergrund.

Eule aus misslicher Lage befreit

Erich Sigloch, Eulen-Experte des Naturschutzbundes (Nabu), erhielt von der verängstigten Simone Heinze aus Mackenstedt einen Anruf. „In unserem Kamin rumort seit 5 Uhr morgens eine Eule“, hieß es.

Siegloch: „Ich hätte gerne geholfen, konnte leider jedoch aus familiärem Grund der Bitte nicht nachkommen. Die Rettung kam von dem Nabu-Kollegen Peter Wolf, der ebenfalls in Mackenstedt wohnt. Er hat die rußgeschwärzte Eule aus ihrer misslichen Lage befreien und diese unbeschadet in Freiheit entlassen können.“

Zwei dabei gemachte Fotos seien der untrügliche Beweis: ein Steinkauz. Wolf hat natürlich die 50 Euro erbeten – und wird nun von Siegloch zum Essen eingeladen.

Erfolgreich Schleiereulen angesiedelt

„Einen Steinkauz gab es in unserer Region noch nie“, freut sich Siegloch, „durch die vom Nabu aufgestellten 80 Nistkästen haben wir allerdings einen großen Erfolg mit der Ansiedlung von Schleiereulen erzielt.“ Im Kreis Oldenburg bis hoch nach Ostfriesland sollen dank ähnlicher Maßnahmen bereits 90 Steinkauzpaare heimisch geworden sein.

„Meist fehlt ihnen aber ein Revier zum Mäusejagen, etwa Streuobstwiesen, deswegen weicht der Steinkauz auch auf Insekten und Regenwürmer aus“, so Siegloch. „Da Steinkäuze aber gewöhnlich nicht allzu wanderfreudig sind, könnte es sich bei dem in Mackenstedt um einen Brutvogel handeln. Dies gilt es weiter in Stuhr zu beobachten.“

Meldungen und Belegfotos, auch wenn dafür keine 50 Euro mehr ausgehändigt werden können, erbittet der Nabu-Fachmann an Telefon 04221 / 30 560 oder E-Mail: erich-sigloch@kabelmail.de

Schornsteine vergittern

Bereits vier Mails seien eingegangen, auf den Fotos aber eindeutig Waldohreulen zu sehen gewesen, so Siegloch. Sein Tierschutz-Appell an Kaminbesitzer: „Vergittert die Schornsteine! Vor Jahren mussten wir einen Waldkauz ebenfalls aus einem Kamin befreien und hatten Glück, dass die Heizperiode noch nicht begonnen hatte.“

von Jens Fischer

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