Längst nicht alle Autos halten sich am Wall-Boulevard an die dort vorgeschriebene Begrenzung auf 30 Stundenkilometer. Foto: Schlie Längst nicht alle Autos halten sich am Wall-Boulevard an die dort vorgeschriebene Begrenzung auf 30 Stundenkilometer. Foto: Schlie
Autofreie City

Kaufleute sorgen sich um Erreichbarkeit am Wall

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Bremen braucht zu lange, um kleine und große Projekte zu realisieren. Kaufleute fordern darum eine Task Force.

An Ideen, wie man die Situation für die Kaufleute am Wall und im Fedelhören verbessern kann, mangelt es nicht, wohl aber an der Umsetzung. Das monierten dort ansässige Kaufleute und Immobilienentwickler Marco Bremermann (Wallkontor) bei einer Podiumsdiskussion in der City-Galerie der City-Initiative. Titel: „Wie geht es weiter mit Wall, Fedelhören und dem innerstädtischen Verkehr“.

„Bremen ist Spitze darin, Projekte zu beginnen und nicht zu beenden“, sagte Bremermann und führte die Autobahn 281 als Beispiel an. Wenn die endlich fertig sei, gebe es auch eine verkehrliche Entlastung für die Innenstadt.

Wall interessanter machen

Bernhard Reinfelder, Inhaber von Windsor Am Wall, sprach sich dafür aus, das Heft des Handelns selber in die Hand zu nehmen: „Wir sollten nicht nur nach der Politik rufen. Wir sind als Unternehmer dafür verantwortlich, den Wall interessant zu machen“, sagte er.

Gleichzeitig forderte er die Einrichtung einer Task Force unter Einbeziehung von Behörden, Kaufleuten und City-Initiative um viele kleine Hemmnisse schnell abbauen zu können. „Kurze monatliche Treffen, klare Aufgabenverteilung“, umriss er die erwünschte Arbeitsweise des Gremiums.

Verkehr im Blickpunkt

Immer wieder rückte das Thema Verkehr in den Mittelpunkt der Debatte. „Unsere kleine Straße wird als Schleichweg genutzt“, beklagte Gerald Elfers, Sprecher der Interessengemeinschaft Fedelhören und Betreiber des Teppichhauses Gleue.

Reinfelder wünschte sich eine Einbahnstraßenregelung für den Wall und eine Verlegung der Parkplätze auf die andere Straßenseite, damit die Schaufenster der Läden nicht durch parkende Autos verdeckt würden. Außerdem kritisierte er, dass sich viele Fahrer nicht an das ausgeschilderte Tempo 30 hielten. Er regte an, eine elektronische Geschwindigkeitsanzeige aufzuhängen.

Verwaltung wirbt für autofreie City

Marion Skerra, Referatsleitung Innenstadt bei der Senatorin für Stadtentwicklung, warb für die im Regierungsprogramm bis 2025 vorgesehenen Veränderungen für die City. Das ausgerufene Ziel der autofreien Innenstadt sei dabei Mittel zum Zweck. „Wir wollen eine urbane Mischung, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern“, sagte sie.

Bei den Kaufleuten stieß Skerra damit auf Skepsis. „Fedelhören und Wall müssen erreichbar sein für Bremer und Butenbremer“, forderte Elfers. „Wir wollen das Positive nach draußen tragen, nach Lilienthal, Oyten, Delmenhorst,… Wie sollen die Leute hierher kommen? Die wollen nicht außerhalb parken“, begründete er.

Immobilienentwickler ist skeptisch

In die gleiche Kerbe schlug auch Bremermann: „Autofreie Innenstadt wird ganz schwierig. Schließlich gebe es Konkurrenz etwa durch Dodenhof oder die Waterfront, die kostenlose Parkplätze anböten. „Es gibt auch keine erfolgreiche Büroflächenvermietung ohne Parkplätze“, fügte er hinzu.

Aus Sicht der Investoren mahnte er Klarheit über Großprojekte wie die Umgestaltung des Sparkassen­areals am Brill und des Parkhauses Mitte an. „Wenn keine Klarheit herrscht, wird sich das auf die Attraktivität insgesamt auswirken“, erklärte er. Noch befinde sich Bremen unter den Top 20 Standorten in Deutschland, es drohe aber ein Abrutschen auf Platz 40 oder 50.

Zum Thema:

Bremer Innenstadt wird autofrei

 

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