Ansicht von der Gerhard-Rohlfs-Straße: Das Hartmannsstift (Mitte) soll auf ein ursprüngliches Ausmaß zurückgebaut werden. Links und rechts davon sowie im südlichen Bereich (hier nicht zu erkennen) entstehen insgesamt sechs Neubauten. Ansicht: Procon
Beirat Vegesack

Die Pläne für das Hartmannstift in Vegesack

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Neben einem Rückbau des Stiftsgebäudes auf seinen Ursprung sind sechs Neubauten auf dem Gelände geplant.

Thorsten Nagel musste mehrfach um Geduld bitten. Zu sehr ins Detail gingen die Fragen der Kommunalpolitiker und der Bürger, die sich jüngst auf der Beiratssitzung in Vegesack über den aktuellen Stand zum Hartmannstift informiert haben. Nagel ist der Geschäftsführer der Procon Gruppe, die das Gelände gemeinsam mit der Grundstücksverwaltungsgesellschaft ELB kaufen möchte. Der Kaufvertrag wird derzeit noch erstellt. Der Haushalts- und Finanzausschuss hat dem Verkauf in der zweiten Oktoberhälfte zugestimmt.

Nun gab es in dieser Woche die ersten Informationen zum Projekt. „Wir haben uns bewusst zurückgehalten, um einen gewissen Status vorstellen zu können“, leitete Nagel ein. Das alte Stiftsgebäude wolle man auf seinen ursprünglichen Bau zurückbauen. Die Heizzentrale, das Schwesternwohnheim und die Garage werden abgerissen.

Gewoba ist Partner für geförderten Wohnungsbau

Auf dem etwa 10.500 Quadratmeter großen Areal sollen dann neben dem bestehenden Stiftsgebäude sechs Neubauten entstehen. Zwei davon stehen links und rechts vom Hartmannstift an der Gerhard-Rohlfs-Straße. Für sie sind eine Kita, sozialer Wohnungsbau sowie Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz und Menschen mit Behinderung vorgesehen. Im Hartmannstift selbst soll es geförderten Wohnungsbau geben.

Für diesen Part haben sich Procon und die ELB die Gewoba als Partner ins Boot geholt. Sie wird dafür sorgen, dass die 25-Prozent-Quote für den geförderten Wohnungsbau erfüllt wird und den entsprechenden Wohnraum ermöglichen.

Vorhaben soll bis 2023 abgeschlossen sein

Im südlichen Bereich entstehen vier weitere Gebäude – eines davon für den geförderten Wohnungsbau, die drei übrigen gehören zum frei finanzierten Wohnungsbau. Zudem geplant sind eine Tiefgarage mit 37 Stellplätzen, weitere 20 Stellplätze an der Gerhard-Rohlfs-Straße und sowie sechs Parkplätze. Von der Gerhard-Rolfs-Straße wird man künftig zu Fuß über das Gelände in die Albrecht-Roth-Straße gelangen. Ein Hof soll für Aufenthaltsqualität sorgen. Auch Ideen für einen Spielplatz gibt es.

Nagel rechnet damit, dass im kommenden Jahr die Baugenehmigung vorliegt und die Abbrucharbeiten anfangen können. „Bis 2023 sollten wir das gesamte Vorhaben abgeschlossen haben“.
Sowohl Beiratsmitglieder als auch Bürger äußerten mehrfach ihre Bedenken bezüglich der Verkehrsführung, insbesondere während der Baustellen-Phase. „Planen Sie Ärger mit den Anwohnern der Schulkenstraße ein“, mahnte eine Bürgerin, auch mit Blick auf die geplanten Neubauten an der Weserstraße in direkter Nachbarschaft.

Beirat fordert Verkehrskonzepte

Auch das Begrünen der Dächer, der geplante rote Klinker und die Stellplatzanzahl waren Thema. „Soweit sind wir noch nicht“ und „Auch dafür werden wir eine Lösung finden“ waren wohl die häufigsten Antworten von Thorsten Nagel. Man befinde sich mit der Bauleitplanung ganz am Anfang des Verfahrens.

Der Beirat jedenfalls begrüßt in seinem einstimmig angenommenen Beschluss die Pläne der Investoren und forderte unter anderem ein Verkehrskonzept zu erstellen und den bestehenden Spielplatz zu ersetzen und neu zu planen. Zudem soll es eine Einwohnerversammlung geben.


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