Die ersten Wochen im Betrieb sind entscheidend. 35 Prozent der vorzeitigen Auflösungen von Ausbildunsverträgen geschehen im Land Bremen innerhalb der Probezeit, weitere 29,8 Prozent danach, aber innerhalb von zwölf Monaten.Foto: Mike Linderer/Pixabay Die ersten Wochen im Betrieb sind entscheidend. 35 Prozent der vorzeitigen Auflösungen von Ausbildunsverträgen geschehen im Land Bremen innerhalb der Probezeit, weitere 29,8 Prozent danach, aber innerhalb von zwölf Monaten. Foto: Mike Linderer/Pixabay
Ausildung

Bremen: Jeder Vierte bricht Lehre ab

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Die meisten Abbrecher suchen sich einen neuen Betrieb oder gleich einen anderen Beruf.

Kein Bock auf Ausbildung? „Nahezu jeder junge Mensch hat eine Phase, in der er zweifelt, alles doof findet und hinschmeißen will“, sagt Thomas Fuchs, der Sprecher der Bremer Handwerkskammer. Insgesamt bricht im Land Bremen jeder vierte Auszubildende seine Lehre vorzeitig ab, wie aus Zahlen der Arbeitnehmerkammer hervorgeht.

Die Lage hat sich in den vergangenen Jahren kaum verbessert. 2017 warfen 25,9 Prozent der Auszubildenden hin, 2016 hatten sogar 27,5 Prozent aufgegeben, so die neuesten verfügbaren Zahlen.

Im Vergleich mit anderen Bundesländern liegt Bremen im unteren Drittel. An der Spitze steht Berlin. Dort werden 33,6 Prozent der Verträge aufgelöst, die niedrigste Quote weist Baden-Württemberg mit 22,4 Prozent aus.

Gastronomie stark betroffen

Die meisten Abbrecher gibt es laut Arbeitnehmerkammer in der Gastronomie. Unter den angehenden Restaurantfachleuten hört fast jeder zweite vorzeitig auf, unter den Köchen sind es 36,7 Prozent.

Björn Reichenbach von der Bremer Handelskammer sieht die Ursache dafür in den Arbeitszeiten und den „niedrigen Eingangsvoraussetzungen“. Da sich dort nicht so viele Schulabgänger für eine Ausbildung bewürben, hätten die Betriebe auch wenig Auswahl.

Am geringsten ist die Abbrecherquote in technischen Berufen. Nur 3,8 Prozent der Mechatroniker lösten vorzeitig ihren Vertrag, so Regine Geraedts von der Arbeitnehmerkammer.

Gründe ermitteln und gegensteuern

Meistens drängen die Auszubildenden darauf, den Vertrag aufzulösen, seltener der Betrieb, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung herausfand. „Es ist wichtig, dass wir die Gründe analysieren, damit wir rechtzeitig gegensteuern können“, sagt Thomas Fuchs von der Handwerkskammer.

Sie bildet deshalb Ausbildungsberater zu Mediatoren weiter. Und die Handelskammer führt jährlich 20 bis 30 Schlichtungen durch, weil sich Azubi und Betrieb verkracht haben.

Mehr als 50 Prozent der Bremer Abbrecher unterschreiben in einem anderen Betrieb wieder einen Ausbildungsvertrag, von den anderen 50 Prozent gehen viele dann zur Universität oder Hochschule oder legen eine längere Pause ein. Nur 5,9 Prozent eines Ausbildungsjahrgangs in der Hansestadt erlangen keinen qualifizierten Berufsabschluss, so eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Zum Thema:

Pro & Contra Braucht Bremen einen Ausbildungsfonds?

 

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