Aufgrund der vielen Windkraftanlagen zu Lande und zu Wasser eignet sich Norddeutschland besonders gut für die klimafreundliche Erzeugung von Wasserstoff. Doch noch sind nicht alle Probleme gelöst. Jetzt will Bremen Abhilfe schaffen.Foto: WR Aufgrund der vielen Windkraftanlagen zu Lande und zu Wasser eignet sich Norddeutschland besonders gut für die klimafreundliche Erzeugung von Wasserstoff. Doch noch sind nicht alle Probleme gelöst. Jetzt will Bremen Abhilfe schaffen. Foto: WR
Wasserstoff

Wasserstoff aus Bremen für Autos und Züge

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Bremen treibt den Bau einer Pilotanlage für Wasserstoff voran und hofft auf neue Jobs.

Das Elektro-Auto hat sich noch nicht durchgesetzt, da fördert Bremen schon die Produktion eines neuen Treibstoffes. In Bremerhaven, auf dem ehemaligen Flugplatz Luneort, treibt das Land den Bau einer Pilotanlage voran, die Wasserstoff erzeugen soll.

Im Januar soll das Projekt starten und vorerst bis Dezember 2021 laufen. 20 Millionen Euro stehen dafür bereit, 10 Millionen Euro schießt die EU zu, die andere Hälfte bringt das Land Bremen auf.

Es mangelt an Tankmöglichkeiten

Erste Konzerne bieten schon Autos mit Wasserstoffantrieb an, als führend gilt Toyota. Fünf Kilogramm des alternativen Antriebsstoffs fasst ein Autotank, das reicht für eine Strecke von 600 bis 700 Kilometer. „Wir können schon Wasserstoff für 5 bis 7 Euro je Kilogramm anbieten“, sagt Carsten Fichter, Professor an der Hochschule Bremerhaven, die das Projekt gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut betreibt. Die wenigen Wasserstofftankstellen verlangen für ein Kilogramm meist noch 9,50 Euro.

Rund 250 Wasserstofftankstellen braucht Norddeutschland, haben die norddeutschen Regierungen festgestellt, um den neuen Kraftstoff flächendeckend anbieten zu können. Derzeit gibt es 78.

Stoff der Zukunft?

Mit Wasserstoff können künftig auch Schiffe und Züge angetrieben, Backöfen und sogar Hochöfen erhitzt werden. Daran arbeitet das Bremer Werk des internationalen Stahlkonzerns Arcelor- Mittal gemeinsam mit Bremen und dem Versorger SWB.

Erst in dieser Woche hat Thyssen-Krupp in seinem Duisburger Werk den Stoff zur Produktion von Stahl eingesetzt, ein weltweit einmaliger Versuch.

Wasserstoff als Schwerpunkt bremischer Wirtschaft

„Technisch ist die Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff kein Problem“, sagt Wissenschaftssenatorin Claudia Schilling. Gerade Norddeutschland eigne sich dafür. Hier stünden viele Windkraftanlagen, die klimafreundlich Strom erzeugten, Voraussetzung für die Herstellung von so genanntem grünen Wasserstoff im Gegensatz zu Wasserstoff, der mit Strom aus Kohlekraftwerken produziert wird.

„Aber der grüne Wasserstoff muss noch marktfähig gemacht werden“, sagt Schilling. „Im Moment“, erklärt Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt, „ist er ein Zuschussgeschäft.“ Sie fordert deshalb ein „Anreizsystem“. Der Stoff werde ein Cluster, ein Schwerpunkt bremischer Wirtschaft werden, so Vogt. Der „neue Wirtschaftszweig“ schaffe „neue, qualifizierte Arbeitsplätze.“

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