„Wir müssen jetzt liefern“, fordert Bremens Defensivroutiner Theo Gebre Selassie von seinen Kollegen vor dem kommenden Heimspiel gegen schalke. Foto: Nordphoto „Wir müssen jetzt liefern“, fordert Bremens Defensivroutiner Theo Gebre Selassie von seinen Kollegen vor dem kommenden Heimspiel gegen schalke. Foto: Nordphoto
Saisonabschluss

Werder Bremen: Ans Mittelfeld heranrobben

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Sechs Spiele bis zur Winterpause entscheiden maßgeblich über Werders Saisonverlauf.

Das erste Drittel? Eine Enttäuschung. Eine sehr große sogar. Elf Punkte hat Werder Bremen in den ersten elf Spielen der Saison geholt – das ist eine Zwischenbilanz, die weit hinter den Erwartungen des Clubs und der Fans zurückbleibt. Statt sich für den Kampf um die internationalen Plätze in Position zu bringen, ist Werder in die Abstiegsregion geschlittert.

Aber: Noch ist Zeit, die Hinrunde einigermaßen zu retten. Sechs Spiele verbleiben noch bis Weihnachten, bis zur Saison-Halbzeit. Sechs Spiele, in denen die Bremer auf drei Clubs treffen, mit denen sie sich auf einer Stufe wähnten, sowie auf drei Clubs, die aktuell die Abstiegsränge belegen und denen Werder ungewollt nahe gekommen ist.

Positiv in die Winterpause gehen

Wenn man möchte, kann man das Restprogramm so einteilen: Spiele gegen Schalke 04, den VfL Wolfsburg und den FC Bayern bieten die Möglichkeit, sich – um mit Werder-Coach Florian Kohfeldt zu sprechen – „ans Mittelfeld heranzurobben“.

Gegen den SC Paderborn, Mainz 05 und den 1. FC Köln – dem Trio am Tabellenende – bietet sich die Chance, die Abstiegsregion weit weg zu halten. Leicht wird keines dieser Duelle. Doch was bei diesem Sechserpack herauskommt, wird ganz entscheidend sein für den weiteren Verlauf der Werder-Saison. Es geht darum, eine positive Perspektive in die Winterpause zu retten.

„Wir müssen gewinnen“

 Für das Heimspiel gegen Schalke am Ende der Länderspielpause hat Verteidiger Theodor Gebre Selassie deshalb schon eine alternativlose Vorgabe formuliert: „Wir müssen das nächste Spiel gewinnen, wir müssen jetzt liefern.“ Stimmt fraglos. Einerseits, weil Werders Sieglosserie mit sieben Spielen schon viel zu lang ist.

Andererseits, weil Schalke 04 als Tabellensiebter mit 19 Punkten so etwas wie der Bremer Fixpunkt ist. Dort, wo die Schalker sind, wollen die Bremer hin. Minimum. Irgendwann im nächsten Jahr. Aufgrund der aktuell enttäuschenden Situation lehnt es Coach Kohfeldt jedoch strikt ab, Punktabstände zu messen und Tabellenplätze zu vergleichen: „Es wäre vermessen, jetzt zu schauen und auszurechnen, wann wir wieder weiter oben dabei sind. Im April können wir wieder auf die Tabelle schauen. Vorher müssen wir Spiele gewinnen.“

Nicht nur gegen Schalke, auch beim VfL Wolfsburg muss am besten dreifach gepunktet werden. Gegen Liga-Schlusslicht SC Paderborn, Mainz 05 und den 1. FC Köln sowieso. Das Spiel beim FC Bayern kann vorsichtig ausgeklammert und als Bonus angesehen werden. In allen anderen Partien muss gepunktet werden – nicht nur kleckerweise wie bei den fünf Unentschieden am Stück, sondern fleißig.

Kraft der Serie wirkt gegen Werder

„Wenn wir uns nicht ablenken lassen, dann werden die guten Ergebnisse kommen. Davon bin ich überzeugt“, hatte Kohfeldt am Wochenende nach dem 1:3 bei Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach gesagt. Er hatte das Match trotz der verdienten Niederlage zu den fünf Partien davor sortiert.

Für alle galt aus seiner Sicht: Es war mehr drin. Und Kohfeldt behauptete gar, dass Werder in Gladbach gewonnen hätte, wenn nicht gerade alles gegen die Bremer laufen würde. „Hätten wir die zwei Spiele davor gewonnen, hätten wir auch hier gewonnen“, sagte er. Anders gesagt: Die Kraft der Serie wirkt gegen Werder.

Raus aus dem Tief

Das muss die Kohfeldt-Truppe ändern, muss von der schlechten zur guten Serie wechseln und den Schub eines positiven Laufs nutzen. Doch aus dem Tief wieder ins Hoch zu gelangen, ist hart. Zumal Enttäuschung, Verunsicherung und Abstiegsgefahr auf der Mannschaft lasten.

„Ich bin aber überzeugt, dass das Team mit dem Druck umgehen kann. In Kombination mit den gezeigten Leistungen, unserer grundsätzlichen Qualität und den Spielern, die zurückkommen werden, bin ich sehr optimistisch, dass wir mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben werden“, meint Sportchef Frank Baumann und Mittelfeldmann Leonardo Bittencourt sagt: „Wir sind eine Einheit, wir werden die Punkte einfahren.“

Beruhigende Worte, nette Versprechen und Prognosen – wie es aber für den Moment in den Werder-Profis aussieht, beschrieb Gebre Selassie mit leisen Worten: „Man ärgert sich, man ist traurig. Wir haben uns viel vorgenommen, aber es läuft nicht optimal. Und die Zeit rennt und rennt.“

Aber wie gesagt: Sechs Spiele bleiben Werder Bremen ja noch, um den Hinrunden-Totalschaden abzuwenden.

von Carsten Sander

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