Die Rückkehr von Ludwig Augustinsson (rechts) war die beste Nachricht aus Bremer Sicht nach dem achten sieglosen Bundesligaspiel in Serie.Foto: Nordphoto
1:2 gegen Schalke

Werder ohne zündende Idee

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Der SV Werder gleitet immer tiefer in den Abstiegskampf. Gegen Schalke 04 kassierten die Bremer ein 1:2.

Nach der  1:2 (0:1)-Niederlage im eigenen Stadion, ist Werder nunmehr seit acht Spielen ohne Sieg und verliert mehr und mehr den Anschluss an das Tabellenmittelfeld. Amine Harit (42.) und Benito Raman (53.) erzielte die Schalker Treffer, Yuya Osako sorgte in der Schlussphase mit dem Anschlusstreffer noch für ein wenig grün-weiße Hoffnung (79.).

Am Ende blieb es aber dabei: Kein Team wartet in der Bundesliga so lange auf einen Erfolg wie Werder, das insgesamt zu wenig zeigte, um die schwarze Serie zu beenden.

Was sieben sieglose Spielen auch mit einem Trainer machen kann, zeigte sich an der Aufstellung von Werder-Coach Florian Kohfeldt. Eigentlich ein Verfechter offensiver Ausrichtungen – speziell im eigenen Stadion – packte der 37-Jährige gegen Schalke die Sicherheitsvariante aus.

Rückkehr von Augustinsson

Sehr willkommen war die Rückkehr von Linksverteidiger Ludwig Augustinsson, der zu seinem ersten Saisoneinsatz kam und Marco Friedl wieder verdrängte. Den Wegfall von Leo Bittencourt (wegen einer Erkältung nur auf der Bank) kompensierte Kohfeldt jedoch mit der Hereinnahme von Philipp Bargfrede. Für die taktische Formation bedeutete das: Fünferkette mit Nuri Sahin als zusätzlichem Innenverteidiger, Bargfrede im defensiven Mittelfeld sowie vorne die zwei Angreifer Yuya Osako und Milot Rashica.

Mit dieser Formation überließ Werder den Gästen die Spielkontrolle, lauerte selbst auf Konter. Mit folgendem Zwischenergebnis nach einer Viertelstunde: Zwei gefährliche Abschlüsse Werder durch Davy Klaassen (6.) und Maximilian Eggestein (14.), null Chancen Schalke.

Aber dann: Erst musste Rashica wenige Meter vor dem eigenen Tor mit vollem Risiko gegen Amine Harit grätschen (23.), wenig später feuerte Daniel Caligiuri den Ball aus der Distanz an den Pfosten (24.). Der Abpraller sprang dem zuletzt so glücklosen Werder-Keeper Jiri Pavlenka noch an den Rücken, trudelte von dort aber ins Toraus.

Rückstand vermeidbar

Doch der Rückstand war nur aufgeschoben – und zwar bis zur 43. Minute, als Werder ein Tor kassierte, das eindeutig vermeidbar gewesen wäre. Harit kam in halblinker Position im Strafraum an den Ball, Gebre Selassie und Bargfrede versperrten den Weg nach außen und nach hinten, ließen aber die Mitte offen. Und durch die schlenzte Harit, vor dem Kohfeldt noch explizit gewarnt hatte, den Ball ins lange Eck (43.).

Grün-weiße Angriffe nach den Seitenwechel? Mangelware. Stattdessen das: Der insgesamt schwache Sebastian Langkamp verlor vor dem Sechzehner den Ball an Benito Raman und lud den Schalker so zum 2:0 ein (53.). Ein schlimmer Fehler, ähnlich dem von Pavlenka beim 2:2 gegen den SC Freiburg drei Wochen zuvor.

Werder reklamierte zwar ein Foulspiel von Raman, doch die TV-Bilder zeigten, dass alles sauber war. Die TV-Bilder zeigten auch: Mit Patzern wie diesen wird der Abstiegskampf zum Dauerzustand.

Mit Pizarro kommt Schwung

Kohfeldt reagierte auf den Zwei-Tore-Rückstand, brachte für Sahin den erblondeten Claudio Pizarro (56.). Immerhin verzeichnete Werder nun auch mal wieder ein Torschuss: Rashica versuchte es mit links aus der Distanz – schön, aber vorbei (61.).

Dann ging es auf einmal Schlag auf Schlag: Pizarro zögerte mit dem Abschluss solange, bis er im Strafraum wegknickte, Osako verpasste eine Eggestein-Hereingabe um Zentimeter und Bargfrede jagte den Ball diagonal über den Kasten. Drei Szenen in nicht einmal zwei Minuten, die zeigten: Werder wollte. Werder traf aber das Tor nicht.

Werder steckte aber auch nicht auf, brachte in Johannes Eggestein (für Bargfrede) einen weiteren Offensiven und wurde belohnt. Nach einer schlauen Flanke von Pizarro scheiterte Gebre Selassie noch an Schalke-Keeper Alexander Nübel, Osako staubte jedoch ab. 1:2, noch elf Minuten zu spielen, die Hoffnung, wenigstens ein Remis zu erreichen, lebte. Und erstarb erst mit dem Schlusspfiff.

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