Mit dem Unterflurgerät kommen die Mitarbeiter bequem unter die Brücke und können jeden einzelnen Riss unter die Lupe nehmen. Foto: Harm
Ritterhude

Dammbrücke: Einmal im Jahr ist Riss-Schau

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Jedes Jahr wird bei der Dammbrücke überprüft, ob die Risse größer geworden sind. Ein Neubau ist unumgänglich.

Etwa 3.500 Fahrzeuge überqueren derzeit pro Tag die Dammbrücke entlang der K44 in Ritterhude. Lkw und landwirtschaftliche Maschinen über 3,5 Tonnen sollten eigentlich nicht darunter sein: 2016 hat der Landkreis Osterholz ein Verbot für sie ausgesprochen. Dennoch fahren viele schwere Lkw über die Brücke.

Erst vor wenigen Tagen ist der Bereich im Rahmen der kommunalen Verkehrsüberwachung überprüft worden. Das Ergebnis: Allein an einem Tag haben 20 Lkw trotz Verbot die Brücke genutzt. Für sie wird es nun teuer.

Dammbrücke seit 1979 im Besitz des Landkreises

Dieses Schwerverkehr-Verbot wird auch in den kommenden Jahren fortbestehen. Denn die Gewichtsbelastung muss für die Brücke auch künftig minimal gehalten werden. 2015 sind an dem Bauwerk Schäden in Form von feinen Rissen festgestellt worden. Damals sind landesweit sogenannte Spannbetonbrücken überprüft worden, da bekannt wurde, dass ab Ende der 60er Jahre teils Spannstähle verbaut worden sind, die zu Rissen neigen.

Die Brücke in Ritterhude wurde 1973 erbaut und 1979 an den Landkreis übergeben. Sie ist die einzige betroffene Brücke in Osterholz. Einsturzgefährdet ist sie nicht, die Gewichtsbelastung muss aber reduziert werden, um sie so lange wie möglich nutzen zu können.

Riss für Riss schauen sich die Mitarbeiter die Brücke an

Jahr für Jahr wird sie seitdem kontrolliert. Eine Fachfirma überprüft, ob sich die Risse vergrößert haben. Erst am Donnerstag erfolgte diese Sonder-Prüfung für 2019. Ein sogenanntes Unterflugerät ermöglicht es den Mitarbeitern, sich einen Eindruck vom unteren Bereich der Brücke zu machen. Per Kran wird eine Arbeitsbühne über das Brückengeländer gelassen.

Auf dieser stehen zwei Mitarbeiter, die sich jeden Riss anschauen. „Die Mitarbeiter haben einen Kartierplan dabei, auf der alle Risse eingezeichnet sind“, erklärt Alexander Herrmann, Leiter der Kreisstraßenmeisterei im Landkreis. Sie überprüfen zudem, wie fest der Beton noch ist, der eine Art Schutzschicht um den Stahl bildet.

5 bis 6 Millionen Euro für Neubau

Das Ergebnis für dieses Jahr: Die Risse haben sich nicht verändert. Das sind gute Nachrichten, auch wenn der Schaden bereits da ist. Für den Landkreis bedeutet diese Tatsache, dass er sich um einen Neubau kümmern muss. Dafür sind laut Andreas Schütte, Leiter des Umweltamts des Landkreises, bereits die ersten Schritte gegangen worden. So hätten erste Planungen gezeigt, dass die Pfeiler im Wasser standfest sind und die Endstücke der Brücke lediglich verstärkt aber nicht neu errichtet werden müssen.

„Das bedeutet, dass wir keine neue Wegeführung für die Brücke benötigen. Das wäre schwierig geworden“, so Schütte. Nun folgen weitere Planungen und Ausschreibungen, die den Landkreis noch lange Zeit beschäftigen werden. Schütte rechnet mit einem Gesamtvolumen von 5 bis 6 Millionen Euro für den Brücken-Neubau.

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1 Antwort

  1. Gunnar-Eric Randt sagt:

    Weiter so.

    Erfreulich, dass nicht noch einmal das Belastungsfahrzeug eines Institutes, das mit der Hochschule Bremen verbunden ist, hierfür beauftragt worden ist, sondern ein privater Unternehmer hiermit sein Geld verdienen kann.

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