Ist seit fast zehn Jahren Ortsamtsleiter in Blumenthal: Peter Nowack (60). Foto: Harm
Interview

Nowack: „Die Fläche hat ein großes Potenzial“

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Blumenthals Ortsamtsleiter Peter Nowack spricht im Interview über das BWK-Gelände, Kita-Ausbau und den E-Day.

Weser Report: Sie sind seit fast zehn Jahren Ortsamtsleiter. Wie hat sich Blumenthal in dieser Zeit entwickelt?

Peter Nowack: Überwiegend positiv. Es sind viele Dinge in Bewegung gekommen. Wir haben zum Beispiel die letzten großen Infrastruktur-Projekte erledigt. Die Turnerstraße ist die letzte Hauptstraße, die ausgebaut werden musste. Die Straße kann den Verkehr jetzt abfedern und es scheppert nicht mehr bei den Anwohnern im Schrank, wenn ein Bus vorbeifährt. Die Anwohner konnten sich rechtzeitig darauf einstellen, was an Kosten auf sie zukommt, weil wir frühzeitig mit ihnen gesprochen haben – das gab es so vorher noch nicht in Bremen. Wir haben außerdem den Busbahnhof gebaut. Wir waren die ersten in der Stadt, die mit privaten Investoren Kitas gebaut haben. Blumenthal ist raus aus der Liste der Stadtteile, die besonders schlecht mit Betreuungsplätzen versorgt sind und das obwohl wir 3.000 neue Leute bekommen haben. Der Zuzug und die Integration – auch das haben wir gut gemeistert. Ganz wichtig ist die kürzlich getroffene Entscheidung, dass die Gewoba die Lüssumer Heide kauft.

Die Kitas Herrschaftliche Tannen und Kapitän-Dallmann-Straße sind eingeweiht worden. An welchen Stellen entstehen weitere Einrichtungen?

An der Lüssumer Straße wird die Kita Bunte Weser gebaut. Die soll nächstes Jahr fertig sein. Einen Streitpunkt gibt es noch in Farge: Der Investor möchte auf einem Gelände Kitas und Wohnungen bauen. Dort gibt es Schwierigkeiten mit dem B-Plan, der das nicht vorsieht. Der ist aber auch 30 Jahre alt. Da brauchen wir eine Lösung. An der Ermlandstraße haben wir das Projekt für 110 Plätze mit den Freien Christen. Die grundsätzliche Genehmigung ist bereits erteilt. Wir hoffen, dass Anfang 2022 gestartet werden kann .

Bei welchen Projekten hätten Sie sich ein schnelleres Vorankommen gewünscht?

Ich wäre gerne einen Schritt weiter bei der Frage, wie wir die Schulneubauten organisieren. In Rönnebeck und Farge müssen die Grundschulen neu gebaut werden. Da dürfte es meiner Meinung nach etwas schneller gehen. Aber das ist auch der Personalsituation in der Behörde geschuldet. Wir müssen auch noch besser an der Erschließung der Historischen Achse arbeiten: Dort werden dringend Anschlüsse für Strom und Wasser benötigt, um weiter Events wie La Strada durchführen zu können.

Was war Ihr persönliches Highlight in diesem Jahr?

Der E-Day war wieder richtig gut. 2020 soll die Veranstaltung auf zwei Tage ausgeweitet werden. Der Fokus liegt dann nicht nur auf Elektromobilität, sondern auch auf Energieeinsparung. Der Sonntag wird zum Familientag. Für mich war auch der Empfang zu meinem 60. Geburtstag etwas ganz Besonderes. Da sind so viele Menschen aus Politik, dem Stadtteil und dem Umland gekommen. Das hat mich persönlich sehr bewegt.

Wie läuft die Arbeit im neuen Beirat?

Die Arbeit ist nicht schlechter geworden. Zurzeit drehen wir uns etwas um die AfD. Aber das werden wir auch erledigen, denn es geht ja darum, dass wir für Blumenthal arbeiten und der Beirat nicht dafür da ist, die Schwierigkeiten der AfD zu klären. Es sind viele neue Leute im Beirat. Das muss sich teilweise noch entwickeln, aber es funktioniert gut. Ich hatte persönlich Befürchtungen, wie es mit dem Vertreter von der Satire-Partei ‚Die Partei‘ läuft. Ich bin Fan von Satire, aber war teilweise erschrocken, was Sonneborn in Brüssel macht. Aber Nils Petersen ist einer, der arbeitet ganz intensiv mit, ist immer gut vorbereitet. Das ist ein cleverer Bursche und das macht richtig Spaß mit dem. Der Beirat begreift auch, dass er was zusammen machen muss, um etwas zu gestalten.

Was wird 2020 wichtig?

Wir werden uns um den Kita- und Schulausbau kümmern müssen. Dann geht es hoffentlich am Bahnhof Blumenthal mit dem Umbau los. Dort will Kröger ein Gebäude bauen, in das auch die neue Stadtteilfiliale der Sparkasse einziehen soll. Auch die Sanierungspläne für das Rathaus sollen anlaufen. Mein persönliches Ziel ist es, nochmal in dieses Rathaus einzuziehen. Nach den ersten Planungen ist das Ortsamt da noch nicht drin. Der Beirat möchte im Rathaus einen Sitzungsraum haben.

Was wünschen Sie sich für den Stadtteil?

Ich wünsche mir, dass wir die logistischen Herausforderungen auf dem BWK-Gelände verbessern, damit es für Veranstalter einfacher ist, dort etwas auf die Beine zu stellen. Die Fläche hat ein großes Potenzial. Ich wünsche mir, dass wir das Marketing dort verbessern und mehr Unterstützung von der Wirtschaftsförderung bekommen. Ich wünsche mir auch, das letzte große Projekt anzugehen, um Wohnungsbau zu rekommunalisieren: Ich möchte, dass wir die George-Albrecht-Straße kaufen. Nur so bekommt man es hin, bessere Verhältnisse zu schaffen. Wenn sich ein Vermieter darum kümmere, dass die Wohnungen in Ordnung sind und auch was repariert wird, dann werden die Mieter das zu schätzen lernen. 2020 werde ich mit diesem Anliegen nochmal bei den städtischen Wohnungsbauunternehmen anklopfen. 2020 wird es eine endgültige Entscheidung für die Stadtbibliothek geben. Und ich möchte gerne, dass wir uns auf eine Lösung für das Blumenthaler Zentrum verständigen.

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