Bei der Essens-Ausgabe in der Universität Bremen haben die Studenten die Wahl zwischen zwei Hauptgerichten sowie vegetarischen und veganen Alternativen. Eine komplette Umstellung auf Bio-Kost würde laut Studierendenwerk die Preise deutlich erhöhen. Foto: Studierendenwerk Bremen
Aktionsplan 2025

Bio-Kost auch für Studenten

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Die Grünen wollen eine komplette Umstellung der Speisepläne. Das Studierendenwerk hält das für unrealistisch.

Städtische Kitas, Schulen und Krankenhäuser stellen bereits auf Bio-Kost um, Bremens Hochschulmensen sollen bald folgen. Die Grünen-Fraktion hatte bereits in der letzten Bürgerschaftssitzung des vergangenen Jahres den Antrag eingebracht, den entsprechenden „Aktionsplan 2025“ des Senats auf die Essensausgabe der Hochschulen auszuweiten. Das könnte jedoch schwieriger werden als es sich die Koalitionspartner vorstellen.

„Wir hoffen, dass der Beschluss dann im Frühjahr steht“, sagt Initiator Jan Saffe. Der Sprecher für Ernährung und Landwirtschaft der Grünen-Fraktion kritisiert das bisherige Essens-Angebot an den Hochschulen scharf. „Die teils sehr günstigen Hauptgerichte bestehen hauptsächlich aus Fleisch.Im Grunde ist da bis jetzt sehr wenig für eine gesündere und klimafreundlichere Ernährung getan worden“, findet Saffe.

Umstellung würde mehr als drei Millionen Euro kosten

Das Studierendenwerk, das für den Betrieb der Hochschulmensen zuständig ist, hält eine komplette Umstellung nach den Kriterien des Aktionsplans 2025 für nicht umsetzbar. „Das ist nicht möglich, da die benötigten und stark schwankenden Abnahmemengen am Markt nicht in der benötigten Qualität verfügbar sind oder aus dem Ausland importiert werden müssten“, erklärt Sprecher Maurice Mäschig.

Die Pläne würden im Widerspruch zum Anspruch des Studierendenwerks, nur qualitativ hochwertige und möglichst regionale Produkte anzubieten, stehen. Zudem würde die Umstellung laut Mäschig mehr als drei Millionen Euro kosten. Die Bearbeitung von fehlenden Produktionsstufen und die Verarbeitung von Bio-Rohwaren sei personalintensiv, genauso wie eine Anpassung der Geräteausstattung, sagt der Sprecher.

Höhere Preise durch Bio-Kost

Außerdem würden so die Preise steigen. „Um weiterhin unserem Sozialauftrag nachkommen zu können und die Studierenden nicht unverhältnismäßig stark zu belasten, wäre eine angepasste staatliche Förderung unumgänglich“, fordert Mäschig daher. Jan Saffe widerspricht: „Wenn der Pflanzenanteil des Speiseplans grundsätzlich gesteigert würde, wäre es auch durchaus möglich, das Preisniveau zu halten“.

Bisher setzt das Studierendenwerk nach eigenen Angaben zu 100 Prozent auf Biomilch aus regionaler Erzeugung sowie auf fair gehandelten Bio-Kaffee und -Tee. Der derzeitige Bio-Anteil von elf Prozent soll demnach Stück für Stück gesteigert werden.

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