Üben an Puppen pflegerische Tätigkeiten: die 24-jährige Tina Wendeling (rechts) aus Weyhe und die 20-jährige Lena Schlömer aus dem Emsland. Beide sind Studenten im 1. Semester des internationalen Studiengangs Pflege der Hochschule Bremen.Foto: Barth Üben an Puppen pflegerische Tätigkeiten: die 24-jährige Tina Wendeling (rechts) aus Weyhe und die 20-jährige Lena Schlömer aus dem Emsland. Beide sind Studenten im 1. Semester des internationalen Studiengangs Pflege der Hochschule Bremen.Foto: Barth
Schulung

Die Bachelor der Pflege lernen im Reallabor

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Die Hochschule Bremen eröffnet Am Brill ihr Skills- und Simulationszentrum.

Vom Geburts- bis zum Sterbezimmer seien nun die praktischen Ausbildungsstationen im Pflegebereich und für Hebammen unter einem Dach vereint. Darüber freute sich in dieser Woche Karin Luckey, Rektorin der Hochschule Bremen, zur Einweihung des Skills- und Simulationszentrums Am Brill über dem Bettenhaus Wührmann.

Dort sollen in zwei Etagen auf 1.600 Quadratmetern die ersten 22 Studenten des im Wintersemester 2019 gestarteten internationalen Studiengangs Pflege die Realität ihres zukünftigen Berufsalltags erlernen.

Lernen an Puppen und Schauspielern

Für die im Herbst diesen Jahres erstmals einzuschreibenden 20 Hebammen-Bachelor-Anwärter wurde ein kompletter Kreißsaal eingerichtet. Einerseits liegen Puppen in den Behandlungstühlen, Seniorenzimmern und Krankenbetten als robuste Objekte der Pflege und des Herumdokterns. Andererseits wurden vier Bremer Profischauspieler engagiert, weitere werden folgen.

Sie alle sollen den Studenten die Arbeitssituationen simulieren. Also Gebärende, an Demenz Erkrankte, einen Herzinfarkt Erleidende spielen. Für die Szenarien sind Plots erarbeitet und Regiebücher für die Darstellern geschrieben worden. Luckey nennt die Einrichtung „Reallbor“.

Laut Bremer Wissenschaftsplan 2025 soll sich Institutionen zu einem „Gesundheitscampus“ vernetzen, für den sich die Universität auf den pflegepädagogischen Bereich, die Hochschule auf die klinische Pflege zu konzentrieren habe. An der Hochschule existiert bereits ein Studienangebot für Manager in diesem Bereich, das nun aber ausläuft. Fortgesetzt wird die vor fünf Jahren etablierte Therapieausbildung für Logopädie und Physiotherapie.

Pilotprojekt aus Bremen

Der neue vierjährige Bachlor-Studiengang sei deutschlandweit ein Pilotprojekt in der Akademisierung der Pflege­ausbildung, die in den europäischen Nachbarstaaten schon viel weiter fortgeschritten sei, so der aus dem Berliner Gesundheitsministerium angereiste Staatssekratär Andreas Westerfellhaus. Erstmals würden Kinder-, Kranken- und ­Altenpflege zusammengefasst.

Die Hochschule hat dafür bereits sechs neue Professoren und vier wissenschaftliche Mitarbeiter eingestellt.

Die Studenten erhoffen sich von den akademischen Abschlüssen vielfältigere Chancen am Arbeitsmarkt. Sie wollen nicht nur in der Pflege arbeiten, sondern auch anleiten, leiten und an Schulen lehren. Politik und Hochschule erhoffen sich von dem Angebot, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und das Berufsfeld mit der wissenschaftlichen Qualifikation attraktiver zu machen.

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