Normalerweise geht es auf dem Gebiet des Hemelinger Kleingärtner-Vereins Heumarsch eher beschaulich zu. In letzter Zeit sorgten dort allerdings immer wieder freilaufende Hunde für Gefahr – in einem Fall sogar mit tödlichen Folgen.Foto: Schlie Normalerweise geht es auf dem Gebiet des Hemelinger Kleingärtner-Vereins Heumarsch eher beschaulich zu. In letzter Zeit sorgten dort allerdings immer wieder freilaufende Hunde für Gefahr – in einem Fall sogar mit tödlichen Folgen.Foto: Schlie
Tierschutz

Hunde-Übergriffe in Hemelinger Kleingartengebiet

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Anwohner in Hemelingen haben Angst um ihre Vierbeiner und die eigene Sicherheit.

Heinz-Jürgen Ahlers geht mit seinem Yorkshire-Terrier im Parzellengebiet Heumarsch Gassi, als es passiert. Ein großer freilaufender Hund nähert sich seinem kleinen Hund und beißt zu, ohne dass Ahlers es verhindern kann.

Laut ihm handelt es sich um eine Kangal-Hündin, einen anatolischen Hirtenhund, der von einem Grundstück nahe des Parzellengebiets geflohen ist. Er kann seinen Terrier noch zum Arzt bringen, dort verstirbt das Tier wenig später. Ahlers ist bestürzt und warnt daraufhin Anwohner und einen Kindergarten in der Nähe.

Die Anwohner besprechen sich, gründen eine Facebookgruppe und tragen ihre Informationen zusammen. Schnell wird ihnen klar: Die Kangal-Hündin kommt von einem an das Parzellengebiet angrenzenden Grundstück, ist von dort geflohen, indem sie Löcher unter dem Zaun buddelte.

Tiere in ungeeigneten Gehegen

Ann-Kathrin Henke, eine weitere Anwohnerin, hat einige Tage zuvor einen ähnlichen Vorfall erlebt. Ihre Pudel-Hündin wurde ebenfalls von einer freilaufenden Kangal-Hündin angefallen – letztlich konnte sie ihren Hund aber retten. „Ich hielt die Hündin am Halsfell fest und habe ihr sehr bestimmt mitgeteilt, dass sie es lassen soll“, erzählt Henke. Dabei wurde sie zudem noch selbst an der Hand verletzt.

Die Anwohner sehen den Halter von zwei Kangal-Hunden in der Verantwortung. Laut der Tierschützerin Sarah-Fee Freundt seien die Gehege für die dort lebenden Hirtenhunde völlig ungeeignet, schon häufiger habe sie beobachtet, wie die Hunde das für sie zu kleine Grundstück verlassen hätten.

„Die Löcher unter den Zäunen sind nur notdürftig mit Decken gestopft worden“, sagt sie. Nach den Vorfällen hatten die Betroffenen Polizei und Ordnungsamt gerufen, am Donnerstag war Freundt schließlich bei einer Begehung des Grundstücks durch das Ordnungsamt dabei. „Laut den Beamten ist das Gehege ungeeignet, die Hunde müssen sich nun Wesenstests unterziehen“, behauptet sie.

Behörde bestätigt die Fälle

Die Innenbehörde bestätigt die Vorfälle, gibt allerdings keine genaueren Informationen. „Aktuell trägt das Ordnungsamt die eigenen Informationen sowie eventuell vorliegende Erkenntnisse der Polizei und anderer Behörden zusammen. Mögliche Maßnahmen werden daraufhin geprüft“, erklärt Innenressort-Sprecherin Sandy Bradtke auf Anfrage.

Der Halter der Kangal-Hunde war für ein Statement nicht zu erreichen.

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