arcinsys Das Staatsarchiv Bremen ersetzt die Karteikästen durch ein Online-Portal. Screenshot: WR
Kulturelles Erbe

Weg mit den Karteikästen

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Das Staatsarchiv entdeckt das Internet und vereinfacht die Suche nach Dokumenten.

In Karteikartenkästen wühlen, auf matten Bildschirmen vor Ort suchen oder Mitarbeiter befragen, welche Fotos, Filme, Schriften und digitale Dateien das Staatsarchiv Bremen zu einem bestimmten Thema besitzt, das ist nun vorbei.

Eine neue Kulturtechnik kommt zur Anwendung. Die Recherche ist jetzt über das Internet möglich. Und wer Dokumente im Lesesaal ansehen will, kann sie nur noch online bestellen.

Erbe miteinander verzahnen

So will Archivchef Konrad Elmshäuser die Arbeit für seine Kollegen und die Kunden vereinfachen. Außerdem soll so das schriftliche wie kulturelle Erbe der Bundesländer miteinander verzahnt werden. Denn seine Institution habe sich mit einem niedrigen fünfstelligen Eurobetrag technisch fit gemacht und als „mitnutzender Juniorpartner“ beim Fachinformationssystem Arcinsys eingekauft, das für die Landesarchive von Niedersachsen und Hessen entwickelt wurde und inzwischen auch von Schleswig-Holstein genutzt wird.

Außerdem wird das Arcinsys-System zur Verwaltung der Magazinbestände eingesetzt.

Rund 60 Archive Niedersachsens haben ihre Bestände mit der Erschließungssoftware schon vernetzt, 200 weitere sind in Vorbereitung. In Bremen macht neben dem Staatsarchiv nur das landeskirchliche Archiv mit.

Dokumente noch nicht online einsehbar

Elmshäuser hofft, dass sich weitere der rund 40 in der Hansestadt beheimateten Archive Arcinsys anschließen, vor allem die zehn professionell geführten. In den ersten drei Wochen hätten sich bereits 70 Nutzer in Bremen registriert und 450 Archivalien bestellt, sagt EDV-Beauftragte Brigitta Nimz.

Das Staatsarchiv Bremen hat von seinen 417.095 audiovisuellen Dokumenten und Schriftstücken derzeit 374.506 in den Online-Katalog aufgenommen. Einzusehen sind sie noch nicht. Alle Originale zu digitalisieren, damit sie im virtuellen Lesesaal von Nutzern daheim zugänglich sind, daran werde nun Schritt für Schritt gearbeitet, sagt Nimz.

2021 seien die ersten Archivbestände mit wenigen Klicks auf dem Computer oder Smartphone einsehbar. Erreichbar ist das neue Portal online unter: arcinsys.niedersachsen.de/arcinsys/start.action

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