Die Mitglieder des Bremer Senats trafen sich am Dienstag im Rathaus mit Vertretern der Handwerkskammer zum Gedankenaustausch. Foto: Schlie Die Mitglieder des Bremer Senats trafen sich am Dienstag im Rathaus mit Vertretern der Handwerkskammer zum Gedankenaustausch. Foto: Schlie
Treffen

Handwerker vermissen einen Plan

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Der Bremer Senat hat mit dem Vorstand der Handwerkskammer eine gemeinsame Sitzung abgehalten.

Digitalisierung, Nachfolge, Umwelt, Fachkräftemangel, Bildung, Integration – an Themen mangelte es dem Vorstand der Handwerkskammer und dem Senat bei einer gemeinsamen Sitzung im Rathaus nicht. Insbesondere das Thema Fachkräftemangel habe man breit diskutiert, erklärte Thomas Kurzke, Präses der Handwerkskammer, im Anschluss.

Ob sich die Hoffnung, Lücken in den Unternehmen mit Geflüchteten schließen zu können, erfüllen wird, werde sich demnächst zeigen. „Die ersten gehen jetzt in die Prüfung. Ich bin gespannt, wie es ausgeht“, sagte Kurzke. „Hätten wir die Geflüchteten nicht, sähe die Lage in den Betrieben noch düsterer aus“, stellte er klar. „Wir müssen abwarten, wie viele von ihnen tatsächlich bleiben.“

Junge Menschen für das Handwerk begeistern

Hilfe vom Senat erhofft sich die Handwerkskammer beispielsweise beim Ausländerrecht. So sei es etwa für Geflüchtete aufgrund ihres Aufenthaltsstatus schwierig, eine Ausbildung in Bremen aufzunehmen, wenn sie in Niedersachsen ansässig seien. Der Senat habe das Problem verstanden, so Kurzke.

Viele Ausbildungsplätze im Handwerk bleiben trotzdem weiterhin unbesetzt. Senat und Handwerksvertreter waren sich einig, dass vielen jungen Menschen der Bezug zu Handwerksberufen fehle und daher insbesondere Berufsorientierungsmaßnahmen in den Schulen zu verstärken seien.

Investitionen in Berufsschulen

„In erster Linie sind wir gefordert, die Berufe anders darzustellen“, weiß Kurzke. „Wir müssen zeigen, wie die Berufe wirklich sind, dass es nicht nur um Muskelkraft geht. Eine handwerkliche Ausbildung ist eine gute Basis für eine spätere berufliche Karriere, insbesondere für Spätentwickler“, erklärte er.

Die Vertreter der Handwerkskammer stellten heraus, dass zur Attraktivitätssteigerung von Handwerksberufen auch eine zeitgemäße Ausstattung der Berufsschulen zählt. Insofern wird es begrüßt, dass die Landesregierung in den nächsten Jahren verstärkt Investitionen in Berufsschulen vornehmen will. „Ich würde mir für die Berufsschulen allerdings einen Plan wünschen, wie die Schullandschaft 2040 aussehen soll. Dann könnte man jetzt schon Kräfte bündeln“, regte Kurzke an. Derzeit erkenne er nur Einzelmaßnahmen.


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