Zeit, dass sich was dreht: Am Donnerstag starten in Bremen die Sixdays.Foto: Lars Neumann Zeit, dass sich was dreht: Heute starten in Bremen die Sixdays.Foto: Lars Neumann
Sixdays

„Ausgang ist offen wie nie“

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Heute starten die 56. Bremer Sixdays und versprechen eine „ganz enge Kiste“.

Bremens Radsportlegende Hans-Peter Jakst will sich gar nicht erst festlegen auf einen Siegertipp für die Bremer Sixdays. „In diesem Jahr ist der Ausgang so offen wie nie“, vermutet der Altmeister, der mindestens der Hälfte der zwölf Teams einen Platz auf dem Treppchen zutraut.

„Sechs bis acht Teams kommen dafür in Frage“, sagt der Ex-Profi voraus und schickt dabei ein großes Kompliment an Erik Weispfennig, den Sportlichen Leiter. „Da muss man den Hut ziehen, wie er diese Teams zusammengestellt hat. Ich sehe da keinen Favoriten. Erst recht keinen Top-Favoriten.“

Favoriten ausgemacht

Weispfennig selbst legt sich da schon eher fest und hebt Team 1 mit Kenny De Ketele und Nils Politt auf den Favoritenschild. Doch der belgische Ausnahmefahrer und sein deutscher Spannmann dürften schon vom Startschuss an den heißen Atem der Konkurrenten im Nacken spüren. Allen voran wahrscheinlich den von Team 9 mit Theo Reinhardt und dem Franzosen Morgan Kneisky.

Kenny De Ketele ist der Mann, den es zu schlagen gilt. Sein Spannmann ist Nils Politt.Foto: ESN, Arne Mill

Kenny De Ketele ist der Mann, den es zu schlagen gilt. Sein Spannmann ist Nils Politt. Foto: ESN, Arne Mill

Insgesamt fahren zehn der für Bremen gemeldeten Profis momentan beim Sechstagerennen in Rotterdam. Quasi die letzte Standortbestimmung, die Weispfennig eine Einschätzung der aktuellen Form der Sportler ermöglicht: „Theo Reinhardt ist fit und auch Maximilian Beyer, der kurzfristig nachnominiert wurde, zeigt sich in guter Verfassung.“

Weinstein ist nicht dabei

Gleiches gilt auch für den Belgier Moreno De Pauw, der in diesem Jahr seine aktive Radsportkarriere beendet. Der 28-Jährige und sein Partner Jan-Willem Van Schip hatten in Rotterdam zwischenzeitlich in Front gelegen. In Bremen startet der erfahrene De Pauw an der Seite von Leon Rohde. „Ein sehr, sehr schneller Mann“, schwärmt Weispfennig über den Hamburger.

Was nicht nur den Sportlichen Leiter, sondern alle Radsportfans schmerzen dürfte, ist die kurzfristige Absage von Domenic Weinstein. „Der Motor des deutschen Bahnvierers“ (Weispfennig) muss wegen starker Knieprobleme aussetzen und wird in Hamburg eingehend untersucht. Vielleicht aber auch die Chance für andere aus der Kategorie Jung und Wild, sich in Bremen in Szene zu setzen.

Wie beispielsweise Team Nummer 10 mit dem Dänen Oliver Wulff Frederiksen und dem Deutschen Moritz Augenstein. „Von den Beiden verspreche ich mir sehr viel. Beim Nachwuchsrennen in Rotterdam haben sie einen sehr guten Eindruck gemacht“, lobt Weispfennig.

Neuer Belag für die Bahn

Letzte Handgriffe: Auf dem neuen Bahnbelag wird die Werbung angebracht. Foto: Lenssen

Letzte Handgriffe: Auf dem neuen Bahnbelag wird die Werbung angebracht. Foto: Lenssen

Einen sehr guten und vor allem frischen Eindruck machte am Dienstagabend auch die Bahn. Das Lattenoval hat einen neuen Belag erhalten. Über die Kosten wollte Felix Wiegandt (Geschäftsführer Event und Sport Nord) nichts sagen. Außer: „Es ist nicht so teuer, wie man vielleicht denken könnte.“

Eines ist jedoch klar: die Investition ist auch eine in die Zukunft der Sixdays in der Hansestadt. Dass der neue Belag irgendeine Auswirkung für Fahrer und Renngeschehen haben könnte, kann sich Weispfennig übrigens nicht vorstellen. Vor allem sei es auch eine Investition in die Sicherheit, erklärt er.

Brauße gilt als Favoritin

Auch einen Frauenwettbewerb gibt es wieder in Bremen. Vorne weg Franziska Brauße. Die 21-Jährige hat ein super Jahr hinter sich, wurde Europameisterin, dreifache deutsche Meisterin und Radsportlerin des Jahres. „Franziska kennt unser Oval und ist hier in der Vergangenheit sehr gut zurechtgekommen. Im Vorjahr stand sie sowohl im Omnium als auch im Madison auf dem Podium“, erinnert sich Weispfennig.

Doch sie hat große internationale Konkurrenz, unter anderem aus Dänemark, Weißrussland, den Niederlanden und Großbritannien. Die Britin Emily Nelson ist eine der Rivalinnen. Sie gewann zuletzt Gold und Silber bei der Europameisterschaft, 2018 wurde sie Weltmeisterin im Madison. Ihre Partnerin bei den Sixdays ist die Kanadierin Maggie Coles-Lyster. Die 20-Jährige war 2017 die erste kanadische Junioren-Weltmeisterin im Bahnradfahren. Zuschauer können die Duelle der Frauen am Samstag und Sonntag erleben.

Mit der kleinen Farbrolle wird noch für den Feinschliff gesorgt.Foto: Lenssen

Mit der kleinen Farbrolle wird noch für den Feinschliff gesorgt.Foto: Lenssen

Auch der Nachwuchs ist dabei

Neben den Profis, Sprintern und Frauen steigen auch die Nachwuchsfahrer in der ÖVB-Arena in den Sattel. Erstmals findet am Freitag und Samstag, 10. und 11. Januar, der ­Elite-Cup als altersunabhängiger Nachfolgewettbewerb des U23-Rennens statt. Der wohl erfolgreichste Starter im Feld ist der Portugiese Rui Oliveira. Der 23-jährige World-Tour-Fahrer vom UAE Team Emirates ist zweifacher amtierender Landesmeister und gewann 2018 Silber bei der Europameisterschaft.

Die Sixdays laufen vom 9. bis 14. Januar. Mehr Infos gibt es im Internet unter sixdaysbremen.de – Tickets sind erhältlich bei eventim.de


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Hans-Peter Jakst mit seinem 7,5 Kilogramm leichten Olympia-Straßenrad von 1976.

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