Benjamin Goller – hier entwischt er Leipzigs Konrad Laimer –spielt bislang frech und unbekümmert auf. Sein Trainer hofft, dass sich der 21-Jährige diese Lockerheit bewahrt. Foto: nph Benjamin Goller – hier entwischt er Leipzigs Konrad Laimer –spielt bislang frech und unbekümmert auf. Sein Trainer hofft, dass sich der 21-Jährige diese Lockerheit bewahrt. Foto: nph
Werder Bremen

Goller ist plötzlich Hoffnungsträger

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Vor dem Kellerduell in Düsseldorf ist Benjamin Goller für Kohfeldt eine echte Alternative.

Kurz gestoppt, kurz geschaut und dann sofort Maß genommen – da vorne, auf Höhe des gegnerischen Strafraums, galt es schließlich, keine Zeit zu verlieren. Denn Benjamin Goller hatte in der Mitte etwas entdeckt, oder besser gesagt: jemanden. Josh Sargent. Der Mittelstürmer des SV Werder Bremen war nahe des Elfmeterpunkts in Position gelaufen, wurde dort Sekunden später mustergültig von Goller bedient und traf per Kopf zum zwischenzeitlichen 2:1 im Testspiel gegen Hannover 96.

Es war eine Szene, in der Sargent die Hauptrolle spielte, ganz klar. Aber auch Goller hatte mit seiner Aktion einen weiteren Hinweis gegeben – darauf, dass er für Werder Bremen in der zweiten Saisonhälfte, die am Samstag mit dem Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf (Anstoß 15.30 Uhr) beginnt, noch richtig wichtig werden könnte.

Unbekümmert auf dem Platz

Für seinen Trainer Florian Kohfeldt steht das ohnehin fest. „Benni ist einer derer, die in der Rückrunde den Klassenerhalt für uns realisieren sollen“, sagte der 37-Jährige – und hielt fest: „Das ist für ihn ein guter Schritt.“

Ist es in der Tat. Denn nur zur Erinnerung: Als Goller im Sommer aus der U19 von Schalke 04 nach Bremen wechselte, war er dort zwar für die Vorbereitung bei den Profis, danach aber eigentlich zunächst für die U23 eingeplant. Nur ein halbes Jahr und neun Bundesliga-Einsätze später zählt er an der Weser nun fest zum Kreis der Hoffnungsträger.

Es ist vor allem Gollers Unbekümmertheit auf dem Platz, die Kohfeldt gefällt, von der er hofft, „dass Benni sie sich beibehält“.

Goller muss noch lernen

In der Hinrunde war der 21-Jährige mehrfach durch forsche Dribblings und mutige Offensivaktionen aufgefallen – ertragreich waren sie allerdings noch nicht. Nach 271 gespielten Minuten stehen für den Außenstürmer weder ein Tor noch eine Vorlage zu Buche.

Auch Kohfeldt weiß natürlich, dass bei Goller noch längst nicht alles funktioniert. „Im Passspiel muss er zum Beispiel noch klarer werden, da macht er Entscheidungsfehler“, sagte der Coach.

Im Testspiel gegen den italienischen Drittligisten Monza (2:2) war während des Trainingslagers zu sehen gewesen, dass Goller noch lernen muss. Beim 0:1 hatte er keine gute Figur gemacht, was Kohfeldt hinterher öffentlich thematisierte. Sachlich und nüchtern, schließlich wusste der Trainer, dass er Goller in ungewohnter Rolle – auf der rechten Halbposition vor der Dreierkette – aufgeboten hatte.

Entscheidung von Spiel zu Spiel

„Benni ist eine echte Alternative geworden, aber für eine Offensivposition, nicht unbedingt für eine Außenposition in einer Dreierkette. Das war eher aus der Not heraus“, sagte Kohfeldt.
Während der Rückrunde möchte der Trainer des SV Werder Bremen von Spiel zu Spiel entscheiden, ob und wenn ja, wie Goller helfen kann.

„Er ist definitiv jemand, der für den Erfolg der Mannschaft in der Rückrunde eine relevante Rolle spielt“, betonte Kohfeldt – und schob hinterher: „Welche – ob als Einwechselspieler oder von Anfang an und auf welcher Position – das werde ich von Mal zu Mal entscheiden.“

(dco)


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