Schiffsführer Rüdiger Arndt arbeitet seit 30 Jahren bei den Fähren Bremen-Stedingen. Fotos: Harm Schiffsführer Rüdiger Arndt arbeitet seit 30 Jahren bei den Fähren Bremen-Stedingen. Fotos: Harm
Schwimmende Brücken

Geschichten von der Fähre

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Die Fährbesatzungen der Fähren Bremen-Stedingen erleben allerhand Kurioses.

In der kalten Jahreszeit Starthilfe geben – das gehört auch für die Besatzung auf den Fähren zwischen Bremen-Nord und Wesermarsch dazu. „Es kommt immer wieder vor, dass die Autos an Bord nicht anspringen. Aber darauf sind wir inzwischen vorbereitet“, sagt Schiffsführer Rüdiger Arndt.

Er ist seit 30 Jahren bei den Fähren Bremen-Stedingen (FBS) tätig und meist zwischen Farge und Berne unterwegs. Wo das Starthilfekabel liegt, weiß er genauso wie seine beiden Kollegen, die als Kassierer arbeiten. „Beim Auto ist das kein Problem mit der Starthilfe. Viel häufiger passiere es, dass Fußgänger auf den letzten Drücker auf die Fähre sprinten oder Autofahrer trotz roter Ampel nochmal Gas geben.

Arndt erinnert sich an einen besonderen Fall: „Ein Kleintransporter wollte auf die Fähre in Blumenthal. Die Ampel stand aber schon auf Rot. Der Fahrer trat nochmal aufs Gaspedal und hing schlussendlich mit der Fahrzeugmitte auf dem Knick der Hydraulikplatte und pendelte vor und zurück.“

Ständchen für Fahrgäste und Besatzung

Deutlich vergnüglicher geht die Fährfahrt für Hochzeitspaare vonstatten. Sind sie an Bord wird eine Extrarunde auf der Weser gedreht. „Darüber freuen sich auch die anderen Fahrgäste immer – abgesehen von denen, die einen Termin haben“, sagt Arndt mit einem Zwinkern.

Bei einer Hochzeitsgesellschaft stieg sogar die Band aus und gab auf der Fähre noch ein Ständchen.

„Wir haben hier viel Spaß mit den Kunden“, sagen Holger Lösekann und Klaus Poppe, die beide seit 24 Jahren als Kassierer bei den FBS tätig sind.

Von Bremen-Nord zur Wesermarsch: Nur wenige Minuten dauert die Fährfahrt von der einen zur anderen Weserseite.

Von Bremen-Nord zur Wesermarsch: Nur wenige Minuten dauert die Fährfahrt von der einen zur anderen Weserseite.

Freunde auf der Fähre gewonnen

„Es haben sich Freundschaften gebildet. Toll ist es auch zu sehen, wie sich der Nachwuchs der Fahrgäste entwickelt. Erst fahren sie als Kleinkinder mit und dann sitzen sie selbst hinter’m Lenkrad“, sagt Lösekann.

Als Kassierer verkaufen sie Fährtickets, weisen die Fahrer ein und sind bei Wind und Wetter draußen. Jetzt, im Winter, schwören sie auf warme Getränke und den Zwiebellook, um sich warm zu halten.

Unfälle passieren auch auf der Fähre

Egal welches Wetter herrscht, Handbremse anziehen ist ein Muss. Der eine oder andere Unfall ist schon passiert, weil eben das vergessen worden ist. An einen kleinen Unfall vor vielen Jahren erinnert sich Schiffsführer Rüdiger Arndt allerdings mit einem Schmunzeln:

„Die Fahrerin einer Ente ist einem Mercedes versehentlich auf die Anhängerkupplung gerollt. Passiert ist nichts, man hat nicht mal Kratzer gesehen. Der Mercedes-Fahrer war aber nicht begeistert, stieg aus, baute sich vor der Ente auf und man wusste, gleich könnte es laut werden.“

Die junge Fahrerin der Ente habe ganz cool reagiert. „Sie drehte ihre Fensterscheibe runter, sagte ‚Oh, hat ihr Auto aua gemacht?‘ und kurbelte das Fenster wieder zu. Das war schon bemerkenswert“, findet Arndt.

Fakten

Sie sind die schwimmenden Brücken zwischen dem Bremer Norden und der Wesermarsch: An drei Fährstellen verkehren die Schiffe der Fähren Bremen-Stedingen und bringen Fußgänger, Fahrradfahrer und Fahrzeuge über die Weser. Im vergangenen Jahr sind so 1.864.105 Autos und Pkw sowie 4.260.437 Personen von der einen auf die andere Weserseite gekommen.

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