Zusammen mit Klassenlehrerin Bärbel Brüning (links) zeigt Konflikt-Trainerin Julia Linge (in Skateboard-Stellung) wie man sich in unterschiedlichen Situationen behauptet. Foto: Lenssen
Respect Training

Reißverschluss hoch, Laserblick!

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Das Präventionsprogramm von Respect versetzt Kinder in die Lage, Konflikte klein zu halten.

Was macht man, wenn man mit anderen aneinander gerät – wie kommt man aus einem Konflikt heraus, ohne sein Gesicht zu verlieren – und wie muss die Körpersprache sein, damit man nicht schon alleine deshalb zum Opfer wird? Viele gute Fragen und im Polizeipräsidium schräg gegenüber könnten die Mitarbeiter sicher auch ziemlich gute Tipps dazu geben. Aber bei den Mädchen und Jungen der Grundschule In der Vahr hat das heute Julia Linge übernommen.

Die Bremerin ist ausgebildeter Konflikt-Coach, hat zudem selbst drei Kinder – da kann man davon ausgehen, dass sie weiß wovon sie spricht und vieles an Problemen von Kindern untereinander auch selbst schon erlebt hat.

Verinnerlichte Bilder als Basics

Linge ist regelmäßig für den bundesweit arbeitenden Verein Respect unterwegs – auch immer mal wieder an der Schule In der Vahr, wo alle Klassen insgesamt drei Einheiten dieses Präventionsprogramms durchlaufen.

Es geht darum, in Konflikten andere Lösungen zu finden, als draufzuhauen. Und für die 6- und 7-Jährigen der Klasse 1c arbeitet Linge da erst mal an den Basics. Und zwar mit Bildern. Bilder, die die Kinder verinnerlichen und die im Kopf bleiben. Zum Beispiel, wie sich die Kids verhalten sollen, wenn andere versuchen, sie zu provozieren oder einzuschüchtern.

Cool aussehen und entschlossen sein

Bild 1, die „Skateboard-Stellung“ – also schulterbreite Schrittstellung, damit man nicht so leicht weggeschubst werden kann. Bild 2, „Reißverschluss hochziehen“ bis unters Kinn. „Durch diese Vorstellung richtet man automatisch den Oberkörper auf und nimmt den Kopf hoch“, erklärt Linge, während sie die Bewegung simuliert. Bild drei, der „Laserblick“.

„Hat einer eine Ahnung, warum wir das machen?“, fragt die Trainerin. „Damit wir cool aussehen?“ kommt von einem Mädchen zurück. Auf jeden Fall schlagfertig, aber nicht unbedingt das, worauf Linge hinaus will. Mit stechendem Blick und ohne eine Miene zu verziehen schaut die Trainerin dem Mädchen in die Augen. – Alles klar, jetzt haben alle Kinder verstanden.

Bei größeren Problemen müssen Erwachsene handeln

Und es gibt noch mehr Tipps für den Alltag auf dem Pausenhof. Zum Beispiel: Stop in drei Schritten. Das bedeutet: „Stop, hör auf mich zu ärgern!“ gefolgt von „Stop, lass mich endlich in Ruhe oder ich hole eine Lehrerin“ und im letzten Schritt dann „Ich habe nun dreimal Stop gesagt, aber wenn du trotzdem nicht aufhörst, dann gehe ich jetzt zur Aufsicht.“

Es gibt in diesem Training nicht nur Verhaltens-Tipps, die Kinder bekommen auch Wörter, um sich wehren zu können an die Hand. Auf diese Art versetze man Kinder dann in die Lage kleinere Konflikte alleine zu lösen – bei größeren müssen dann die Erwachsenen handeln, erklärt Linge.

Nachhaltige Klimaverbesserung

Deshalb werden nicht nur die Kinder, sondern auch die Lehrer und pädagogischen Mitarbeiter geschult – und in einem weiteren Schritt die Eltern ebenfalls in das Programm mit einbezogen.
„Wir können keine heile Welt schaffen, aber das Klima auf dem Schulhof deutlich verbessern“, sagt Linge und wird dabei auch von Schulleiterin Kirsten Ehrhorn unterstützt, die noch einen weiteren Vorteil des Projekts hervorhebt. „Das Gute ist, dass die Respekt-Trainer mehrfach im Laufe der Grundschulzeit kommen. Durch diese Kontinuität und Verlässlichkeit bleibt das Training präsent und hat einen nachhaltigen Effekt.“

Info:

Das Social-Skills-Programm von Respect fördert einen wertschätzenden Umgang in der Grundschule. Anhand von handlungsorientierten, bewegungsreichen Spielen und Übungen wird ein respektvolles, sozialverträgliches Miteinander geschult. Deeskalierendes Verhalten in Konfliktsituationen verbunden mit grundlegenden Strategien für den Umgang mit Beleidigungen, Ausgrenzung und körperlicher Gewalt wird gefördert. Die Stiftung Sparda-Bank Hannover stellt jährlich 100.000 Euro für diese Präventionsarbeit in Bremen, Niedersachsen und Ostwestfalen-Lippe zur Verfügung. Durch diesen Etat wird das Projekt zu 70 Prozent finanziert – 30 Prozent steuert jeweils die Schule bei.

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