Ein 73-Jähriger kollidierte am Donnerstag auf seinem Fahrrad mit einer Straßenbahn. Foto: WR Laut Bremer Innenressort ist die ständige Nennung der Herkunft von Tätern und Verdächtigen nicht geplant. Foto: WR
Pressekodex

Bremer Polizei folgt Sachsen nicht

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In Sachsen werden Nationalitäten von der Polizei immer genannt - von hiesige Beamte nur in Ausnahmefällen.

Hamburg hat es vorgemacht, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen ziehen nach: In diesen Bundesländern soll die Polizei bei Berichten über Straftaten grundsätzlich die Staatsangehörigkeit von Verdächtigen und Tätern nennen. Nach Angaben des Bremer Innenressorts ist eine solche Änderung der Informationspolitik in der Hansestadt nicht vorgesehen.

„Die Pressestelle der Polizei Bremen orientiert sich an dem Pressekodex: Das individuelle Fehlverhalten soll nicht zur diskriminierenden Verallgemeinerung führen“, erklärt Karen Stroink, Pressereferentin des Innenressorts, auf Anfrage. Die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu ethnischen, religiösen oder nationalen Minderheiten solle demnach nur dann erwähnt werden, wenn ein begründetes öffentliches Interesse bestehe, sagt Stroink.

Ausnahmen bei schweren Verbrechen

Beispiele seien besonders schwere oder außergewöhnliche Straftaten wie organisierte Kriminalität, Mord, Folter, Sprengstoffanschläge oder Straftaten, die aus einer größeren Gruppe heraus begangen werden, die viele gemeinsame Herkunftsmerkmale aufweist. Dazu gehören zum Beispiel die Vorkommnisse in der Kölner Silvesternacht 2015/2016.

Ein weiteres Beispiel bestehe laut Stroink, wenn ein Haftbefehl gegen einen Verdächtigen wegen Fluchtgefahr ausgestellt werden soll. Zu den Änderungen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen gibt die Bremer Innenbehörde auf Anfrage keinen Kommentar ab.

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