Mithilfe verschiedener Utensilien müssen die Besucher eines Escape Rooms versuchen, die Rätsel und Codes des Raumes zu lösen, um zu entkommen.Foto: The Key Mithilfe verschiedener Utensilien müssen die Besucher eines Escape Rooms versuchen, die Rätsel und Codes des Raumes zu lösen, um zu entkommen. Foto: The Key
Ausweg

Freiwillig eingesperrt

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Henning von Freedens Escape Room besuchen Menschen aus ganz Norddeutschland.

Hinweise finden, Rätsel lösen, Gegenstände miteinander kombinieren – und am Ende steht nur eine Mission: den Ausweg zu finden. Sogenannte Escape Room-Spiele erfreuen sich weltweit großer Beliebtheit. Henning von Freeden eröffnete vor knapp fünf Jahren in der Überseestadt Bremens ersten Escape Room. Seither haben sich bei ihm mehr als 70.000 Menschen freiwillig einsperren lassen.

„Ein Escape Room ist ein analoges Teamspiel, bei dem man sich bewegen, unterhalten und seinen Kopf anstrengen muss“, sagt der Geschäftsführer von The Key. „Es ist der komplette Gegenentwurf zur digitalen Welt.“

Immer neue Rätsel entwickeln

Das Spielprinzip der Escape Rooms ist immer ähnlich: Die Besucher müssen sich innerhalb einer Stunde aus einem geschlossenen Raum befreien, indem sie eine Reihe komplexer Rätsel lösen. Die Aufgaben sind in kleine Geschichten eingebettet: So müssen die Spieler zum Beispiel einen Schatz suchen, aus einem Gefängnis ausbrechen oder einen Mordfall lösen.

Henning von Freeden nutzt für seinen Escape Room im Schuppen 1 die maritime Kulisse der Überseestadt, auch in seinen Geschichten geht es um Geheimnisse und Relikte des Hafens. Rund zwei bis drei Monate dauert es, die Rätsel zu entwickeln und die Räume mit liebevoll arrangierten Details auszustatten.

Der Sohn machte den Anfang

Die ersten Escape Roomes sind 2007 in Japan entstanden. Der Geschäftsführer von The Key kam durch eine Asien-Reise seines Sohnes auf die Idee zu dem ungewöhnlichen Freizeitspaß. Nachdem dieser in Berlin einen Escape Room eröffnete, besuchte ihn von Freeden und war gleich angetan von dem Konzept: „Wir waren total begeistert“, erinnert er sich. „Und haben sofort gesagt: Das machen wir auch in Bremen.“

Inzwischen gibt es in Deutschland mehr als 400 Anbieter. Was als Weiterentwicklung eines Computerspiels anfing, hat sich in kurzer Zeit als Freizeitspaß etabliert – für Freunde, Junggesellenabschiede und sogar als Teambuilding-Maßnahme für Firmen.

„Im Prinzip kann das jeder spielen“, sagt Henning von Freeden. So sei auch schon eine Besuchergruppe bei ihm gewesen, deren jüngster Teilnehmer 70 Jahre alt war. „Die kamen als Sherlock Holmes verkleidet.“

Anreize schaffen

Die Besucher kommen nicht nur aus der Hansestadt, auch aus Oldenburg, Hannover oder anderen Städten in der Umgebung zieht es die Menschen in die Überseestadt. „Das sind oft Leute, die schon alles gespielt haben“, sagt von Freeden.

Das Problem kennt auch der ehemalige Personalberater: Wer sich einmal durch den Raum gespielt habe, habe wenig Anreiz wiederzukommen. Derzeit überlegt von Freeden, wie man die vorhandenen Rätsel so erweitern kann, dass auch Besucher wiederkommen, die die Räume bereits kennen. Auch ein weiterer Ableger mit neuen Rätseln und Räumen in Innenstadtlage ist in Planung.

von Insa Lohmann

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