Sowohl Anruferinnen als auch Ehrenamtliche bleiben beim Notruf „Mirjam“ anonym. Foto: Barth Die Betrüger geben sich am Telefon als Microsoft-Mitarbeiter aus und verlangen Zugriff auf den privaten Computer. Symbolbild: WR
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Falsche Microsoft-Mitarbeiter am Telefon

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Die Polizei Bremen warnt vor Betrügern, die sich am Telefon als Microsoft-Mitarbeiter ausgeben.

Wie die Bremer Polizei mitteilt, versuchten in den vergangenen Tagen angebliche Mitarbeiter des technischen Supports von Microsoft per Telefon Zugriff auf Computer von Angerufenen zu erlangen. Hintergrund ist, dass die Firma Microsoft für das Betriebssystem Windows 7 letztmalig bis zum 14. Januar 2020 den Technischen Support, Softwareupdates und Sicherheitsupdates oder Problembehebungen angeboten hat. Kriminelle versuchen nun, diesen Umstand für Betrügereien auszunutzen. 

Zugang zu sensiblen Daten

Laut Polizei meldet sich ein angeblicher Mitarbeiter des Kundendienstes der Firma Microsoft, nachdem das Telefon mit einer unbekannten Nummer im Display geklingelt hat.

Der Computer soll angeblich mit einem Virus infiziert sein und nun wird vom “Support” Hilfe angeboten. Dafür sollen Angerufene Zugangsdaten nennen und den Zugriff auf ihre Computer erlauben.

Was zunächst nach einem guten Service klingt, ist die Betrugsmasche “Tech Support Scam”. Denn nachdem die Zugangsdaten mitgeteilt und der Zugriff auf das Gerät erlaubt wurden, wird ein Programm – Trojaner oder Schadsoftware – installiert.

Damit sollen sensible Daten wie zum Beispiel Passwörter für das Online-Banking oder Kreditkartendaten ausgespäht werden oder der Computer wird für den Nutzer gesperrt. Der angebliche Microsoft-Mitarbeiter bietet anschließend ein Softwarezusatzpaket an. Mit den bereits ausgespähten Kreditkartendaten wird die Bezahlung umgehend selbst geregelt.

Präventionstipps der Polizei

Die Firma Microsoft ruft nicht unaufgefordert an und fragt persönliche und finanzielle Daten ab. Es werden auch keine E-Mails unaufgefordert versandt. Das Telefonat sollte umgehend beendet werden, Auskünfte sollten nicht erteilt werden.

Die Polizei rät: Haben Sie bereits mit einem angeblichen Microsoft-Mitarbeiter gesprochen, trennen Sie den Computer vom Netz und ändern die Passwörter. Löschen Sie unbekannte E-Mails, öffnen Sie keine Anhänge, klicken Sie nicht auf Fotos oder Links.

Für Windows-7-Nutzer

Der fehlende technische Support, die fehlenden Softwareupdates und fehlenden Sicherheitsupdates oder Problembehebungen erhöhen laut Polizei bei weiterer Nutzung das Risiko für Viren und Malware. Wer zu Beispiel das Onlinebanking nutzt, muss nicht einmal bemerken, dass Kriminelle auf dem Rechner Daten “ausspähen”. Ein Virenschutzprogramm mit Firewall löst dieses Problem nicht.

Ein Schaden muss nicht sofort entstehen. Angriffe bleiben vielleicht unbemerkt, Microsoft behebt die Sicherheitslücken nicht mehr und das Risiko, dass der Rechner infiziert wird, wird immer größer. Es sollte also ein neueres Betriebssystem heruntergeladen oder vielleicht ein neues Gerät gekauft werden, das schon ein neueres Betriebssystem verwendet.

 

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