Rückkehrer Davie Selke jubelt über sein 1:0 im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund Auftrag ausgeführt: Rückkehrer Davie Selke brachte Werder 1:0 in Führung. Foto: Nordphoto
Erfolg über Dortmund

Werder feiert fußballerische Auferstehung

Von
Werder lag vor dem Pokal-Achtelfinale gezeichnet vom Abstiegskampf am Boden, doch es gab die Auferstehung.

Wer hätte das dieser Mannschaft zugetraut? Mit einem spektakulären 3:2-Sieg schossen sich die Bremer durchaus verdient ins DFB-Pokal-Viertelfinale und damit die Sorgen um den Klassenerhalt für ein paar Stunden einfach mal aus den Köpfen aller Bremer.

Werder-Coach Florian Kohfeldt hatte für eine Überraschung in seiner Startelf gesorgt: Der zuletzt wenig berücksichtigte Yuya Osako bekam eine Bewährungschance. Für ihn musste Nick Woltemade weichen, der nicht einmal im Kader stand. Auch die Ex-Dortmunder Nuri Sahin und Ömer Toprak fehlten im Vergleich zum Augsburg-Spiel und saßen nur auf der Bank. Für sie liefen Milos Veljkovic und Marco Friedl auf.

Und Dortmund? Wie immer im Pokal durfte Marwin Hitz für Stammkeeper Roman Bürki ran. Last-Minute-Transfer Emre Can saß zunächst ebenso nur auf der Bank wie die Tormaschine Erling Haaland. Trotzdem hatten die Borussen sofort alles im Griff, gaben den Ball fast fünf Minuten lang nicht ab.

Vogt rettet, Selke trifft

Vogt rettete gerade noch vor dem einschussbereiten Marco Reus (4.). Das sah ganz übel aus für die Gastgeber, die irgendwie ängstlich wirkten. Aber falsch! Plötzlich wehrten sich die Bremer, sie griffen sogar an. Friedl eroberte vor dem gegnerischen Strafraum den Ball, Milot Rashica zog ab – und Davie Selke hämmerte den von BVB-Keeper Hitz gerade noch abgewehrten Ball ins Netz (16.). 1:0 für Werder – das mit 42.100 Zuschauern ausverkaufte Weserstadion bebte.

Und es wurde noch lauter, als Leonardo Bittencourt nach einer von Reus schwach abgewehrten Friedl-Ecke die Kugel aus 22 Metern in den Winkel schmetterte (30.). Ein Traumtor! Mit unbändigen Einsatz hatte er sich das allerdings auch verdient.

Die Gäste waren geschockt. Hatten sie auf das 0:1 noch mit wütenden Angriffen reagiert (Friedl rettete auf der Linie, Keeper Jiri Pavlenka entschärfte einen Fallrückzieher von Mats Hummels), fanden sie nun kein Mittel mehr gegen die clever verteidigenden Bremer. Kohfeldt hatte sein Team offenbar perfekt auf den Gegner eingestellt. Noch perfekter wäre es gewesen, wenn Selke kurz vor der Pause bei seinem Solo nicht an Hitz gescheitert wäre, sondern den mitgelaufenen Rashica zum 3:0 bedient hätte.

Haaland kommt zur zweiten Hälfte

BVB-Coach Lucien Favre reagierte, brachte direkt nach der Pause Haaland für Thorgan Hazard – und natürlich dachte jeder sofort daran, dass der Norweger in den letzten drei Spielen sieben Tore gemacht hat. Niklas Moisander begrüßte ihn gleich mal mit einer Grätsche von hinten in die Beine.

Kurz darauf war für Davie Selke Feierabend (50.). Der Stürmer hatte sich schon bei seiner Riesenchance am Oberschenkel verletzt. Die Behandlung in der Pause war erfolglos geblieben. Und jetzt muss sogar befürchtet werden, dass der Angreifer länger ausfällt. Das wäre richtig bitter und ein weiterer Rückschlag im Abstiegskampf. Für Selke kam Josh Sargent.

Nicht nur deshalb ging für Werder nun nicht mehr viel nach vorne. Die Borussen machten nun Druck, kamen auch gefährlich in den Strafraum, aber nicht richtig zum Abschluss. Die Grün-Weißen warfen sich in jeden Schuss, kämpften aufopferungsvoll. Doch dann ging es einfach zu schnell – und natürlich war es dieser Erling Haaland, der den Ball nach einer Brandt-Hereingabe über die Linie drückte (67.). Und nur wenig später hätte der eingewechselte Giovanni Reyna den Ausgleich machen müssen, scheiterte aber an Pavlenka (68.).

Rashica macht das 3:1

Werder Bremen wackelte bedenklich. Das konnte eigentlich nicht gutgehen. Ging es aber, weil Osako den Ball perfekt in die Tiefe passte und Milot Rashica noch perfekter die lange Ecke anvisierte – 3:1. Werder-Wahnsinn im Weserstadion. Doch das war es noch lange nicht. Der BVB schlug noch einmal zurück. Diesmal zeigte Reyna, wie technisch versiert er ist, und schlenzte die Kugel in den Winkel (78.).

Jetzt wurde es richtig turbulent. Niklas Moisander ärgerte sich über eine Reyna-Schwalbe und stieß ihn im Strafraum zu Boden. Für beide Spieler gab es anschließend Gelb. Durchatmen, da wäre auch Rot für Moisander möglich gewesen. Es wurde weiter gezittert. Aber dann war es geschafft, und das dürfte für das Spiel am Samstag gegen Union Berlin viel Selbstvertrauen geben.

Teile jetzt den Artikel

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.