Beraterin Marei Radke und Quartiersmanagerin Rita Sänze im neuen Büroraum der Beratungsstelle Ankommen im Quartier in der Stadtbibliothek West.Foto: Bollmann
Rat für Geflüchtete

Beratung an zentraler Stelle

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Die Beratungsstelle Ankommen im Quartier ist umgezogen. Jetzt befindet sie sich in der Stadtbibliothek West.

Mit der Beratungsstelle Ankommen im Quartier findet sich in der Stadtbibliothek West jetzt ein weiteres Informationsangebot , das vor allem Geflüchtete bei ihrem Weg in die eigene Wohnung unterstützen soll. Nachdem Marei Radke bereits seit einigen Jahren im Bewohnertreff Rostocker Straße als Beraterin tätig war, ist sie nun froh, über ihr kleines Büro an zentraler Stelle im Stadtteil.

Erwin Böhme als Leiter des Sozialzentrums Gröpelingen/Walle Andreas Gebauer als Leiter der Stadtbibliothek West und Quartiersmanagerin Rita Sänze waren jetzt zuzsammen mit der Beraterin Marei Radke in die Bibliothek gekommen, um den neuen Büroraum der Beratungsstelle vorzustellen.

Beratung ist wichtig für Geflüchtete

„Die Beratungsstelle ist im Zuge der großen Zuwanderung 2015/16 entstanden und war bislang in der Rostocker Straße untergebracht, im gleichen Büro in dem auch der Hausmeister gesessen hat“, erklärt Böhme. In den vergangenen Jahren hätten sich die insgesamt elf Beratungsstellen in den Quartieren etabliert und die zunächst befristeten Halbtagsstellen hätten sich verstetigt.

Nachdem die Baum-Gruppe ihre Häuser an der Rostocker Straße veräußert habe und das Hausmeisterbüro entfallen sei, habe man daher nach einer längerfristigen und besseren Lösung gesucht. Und die habe man ganz schnell in der Bibliothek gefunden, ergänzt Sänze. Durch einen kleinen Umbau konnte dort ein neuer Raum eingerichtet werden, der sich auf direktem Weg vonm Eingang erreichen lässt.

In der Beratung gibt es immer noch viel Arbeit

Trotz der zuletzt stark zurückgegangenen Flüchtlingszahlen hat Radke in der Beratung immer noch viel zuviel Arbeit für ihre halbe Stelle. „Wir wünschen uns sehr eine Aufstockung. Denn Gröpelingen ist ein stark wachsender Stadtteil. Die Leute ziehen dahin, wo es bezahlbaren Wohnraum gibt“, sagt Sänze. Deswegen zögen auch viele Flüchtlinge nach dem Aufenthalt im Übergangswohnheim in den Stadtteil in ihre erste eigene Wohnung. Und bevor sie das Übergangswohnheim verlassen, können sie bereits ein Gespräch mit Marei Radke führen.

„Viele haben Probleme mit dem behördlichen Schriftwechsel, wissen nicht, wo sie einen Arzt, einen Kindergarten- oder Schulplatz finden, erklärt Radke, es gebe aber auch viele Fragen zu Sparkassen- oder Krankenkassenwechsel und Umverteilungsanträgen. „Ich fülle Anträge und amtliche Schreiben aus“, sagt Radke und berate auch bei Fragen rund um die Wohnung, die Kindererziehung und der Ausbildung. Zweimal die Woche hat sie Sprechzeit und da kämen regelmäßig 20 bis 25 Ratsuchende. Dabei kommen viele sogar regelmäßig wieder. „Die meisten Flüchtlinge wollen sich integrieren. Umso besser sie die Sprache verstehen, umso mehr Fragen tauchen auf. Die Leute haben Vertrauen gefasst und kommen wieder, weil der Rat ihnen geholfen hat“, so Böhmes Einschätzung.

Die Beratungsstelle ist eine Bereicherung des Angebots

Gebauer sieht die neue Beratungsstelle auch als eine Bereicherung für die Bibliothek: „Wir müssen etwas weg kommen von den Medien – hin zu mehr Information, wie etwa durch den BürgerInformationsService, dem Gesundheitstreffpunkt West, der Verbraucherzentrale und dem freien Wlan. Mir geht es darum, dass viele Leute herkommen und sich wohlfühlen. Man muss immer gucken, dass man etwas Praktisches für die Menschen anbietet.“ Am Tag hätte sich die Bibliothek so auch schon zu einem richtigen Treffpunkt entwickelt, an dem Jugendliche auch Hausaufgaben machten. Vielen Jugendlichen sei es zu Hause einfach zu unruhig oder zu eng, berichtet Gebauer.

Die Sprechzeiten von Marei Radke sind übrigens immer dienstags von 14 bis 16 Uhr, donnerstags von 11 bis 13 Uhr und nach Vereinbarung. Weitere Informationen gibt es unter der Rufnummer 36 14 25 63 oder unter marei.radke@afsd.bremen.de per Mail.

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