Das am Drücker befestigte Paddel ermöglicht es auch für Ungeübte, die Tür mit dem Unterarm - und so möglichst virenfrei - zu öffnen. Foto: Materialise
Coronavirus

3D-Druck ermöglicht Türen öffnen mit dem Unterarm

Von
Türen mit dem Unterarm öffnen und schließen: Ein Türgriff-Aufsatz zum selber drucken macht es möglich.

Was tun, wenn in Corona-Zeiten eine Tür geschlossen und kein Taschentuch zum Abdecken der Klinke zur Hand ist? Dann muss der Ellenbogen herhalten, was leicht einer artistischen Übung gleicht.

Doch Not macht bekanntlich erfinderisch. Das in Bremen mit seinem Metallkompetenzzentrum ansässige belgische 3D-Druck-Unternehmen Materialise hat einen Aufsatz für Türgriffe konstruiert, der sich mit 3D-Druck fertigen lässt und der es ermöglicht, Türen mit dem Unterarm zu öffnen und zu schließen.

Menschen auf der ganzen Welt können das Design drucken

Die Idee zu dem Türgriffaufsatz sei bei einer internen Besprechung über Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Besucher entstanden, berichtet Nils Torke von Materialise Bremen. Materialise bietet das druckbare Design unter materialise.com/en/hands-free-door-opener kostenlos an und fordert die globale 3D-Druck-Community auf, den Türöffner zu drucken und weltweit verfügbar zu machen. In den ersten 24 Stunden nach Veröffentlichung habe es 3.700 Downloads gegeben, sagt Torke.

„Die Kombination aus den Möglichkeiten des 3D-Drucks mit 30 Jahren 3D-Druck-Erfahrung von Materialise macht es möglich, eine Idee in weniger als 24 Stunden in ein innovatives Produkt zu verwandeln“, sagt Fried Van­craen, Chef von Materialise. „Indem das Design dann digital verfügbar gemacht wird, kann es überall auf 3D-Druckern produziert werden und ist in wenigen Stunden weltweit erhältlich. In diesem Fall haben wir das Produkt in Belgien entwickelt, und Menschen in China, Europa oder den USA können den Türöffner jetzt in 3D lokal drucken.“

Türöffner kann auch bestellt werden

„In Großbritannien sind auf diese Art Ersatzteile für Beatmungsanlagen gedruckt worden“, berichtet Torke von einem aktuellen Fall.
Am Bremer Materialise-Standort werden nach seinen Angaben keine Türgriffverlängerungen gedruckt. Dort ist man ganz auf Anwendungen aus Metall spezialisiert. „Unsere eigenen Verlängerungen sind in Polen gedruckt worden“, erklärt er.

Personen, die keinen Zugang zu einem 3D-Drucker oder einer lokalen 3D-Druckfabrik haben, können den Türöffner auch über das Portal von Materialise bestellen. Zwei Griffaufsätze zum handfreien Öffnen von Türen mit zugehörigen Schrauben sind dort für 40 Euro erhältlich.

Teile jetzt den Artikel

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.