Andreas Jastrebow vom Edeka-Markt in Schwachhausen beim Regale auffüllen. Wie viele andere Filialleiter bestätigt auch er: „Es gibt genug Waren für alle.“ Foto: Schlie
Coronavirus

Handelsverband: „Die Lager sind gefüllt“

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Supermärkte werden dieser Tage stark frequentiert. Laut Handelsverband gibt es keinen Grund für Hamsterkäufe.

Von Bettina Gößler und Kathrin Harm

Eine Packung Toilettenpapier, einmal Zwieback, zwei Mal Seife: Viele Supermärkte sind aufgrund der hohen Nachfrage nach bestimmten Produkten dazu übergegangen, die Mengen pro Einkauf zu begrenzen. So auch der Rewe-Markt im Jan-Reiners-Center in Findorff. Dort können Kunden nur noch bestimmte Mengen an Nudeln, Mehl, Konserven und Co. mitnehmen.

„Wir wollen so gewährleisten, dass die Waren für alle Kunden zur Verfügung stehen“, erklärt Christian Skusa, einer der Assistenten des Filialleiters. Erst vor wenigen Tagen haben Mitarbeiter Regale umgebaut. Der Platz für Nudeln und Konserven hat sich damit verdoppelt.

Bestellungen zwar verstärkt, aber Lager sind gut gefüllt

Florian Gerke vom Rewe-Markt an der Westerstraße appelliert an die Kunden: „Kauft doch bitte ganz normal ein. Davon haben alle etwas. Und für alle ist genügend da.“ Das bestätigt auch Mark Alexander Krack, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Niedersachsen-Bremen.

Bestellungen seien zwar verstärkt worden, aber: „Es gibt keinen Grund Mehl zu horten.“ Die Lager der Handelsunternehmen seien gefüllt mit Konserven, Brotbackmischungen und anderen stark nachgefragten Waren. Durch die Grenzschließungen könne es teilweise zu Verzögerungen kommen. Bisher würden noch nicht alle Lkw so unproblematisch durchkommen, sagt Krack. „Doch da sind wir im Gespräch.“ Zudem sollen die Lieferketten mit der Lockerung des Sonntagsfahrverbot für Lkw gestärkt werden.

Einlassbeschränkungen sind möglich

Und es gibt weitere Maßnahmen: „Die Lkw-Beladung wird anders konzipiert. Es werden zum Beispiel mehr Hygieneprodukte und weniger, nicht so stark nachgefragte Waren eingeladen.“ Sollte die Nachfrage nach Lebensmitteln weiter so hoch sein, hält Krack es für „im Bereich des Möglichen“, dass es zu Einlassbeschränkungen kommt und zum Beispiel nur eine bestimmte Zahl von Kunden gleichzeitig in einem Markt einkaufen kann.

So oder so: Die Produkte müssen ins Regal. Dafür sorgen die Mitarbeiter und die arbeiten am Limit. „Wir kommen kaum hinterher“, sagt eine Mitarbeiterin aus dem Rewe-Markt an der Westerstraße. „Sobald alles an seinem Platz ist, ist es auch schon wieder weg.“

Desinfektionsmittelspender am Eingang

Verbandschef Krack hält es für wichtig, dass Menschen, die im Lebensmitteleinzelhandel arbeiten, ihre Kinder in Kitas und Schulen in die Notbetreuung geben können. In Niedersachsen haben einige Städte das bereits ermöglicht. In Bremen ist dies gestern beschlossen worden.
Nicht nur die Kinderbetreuung kann für die Mitarbeiter ein Problem werden. Sie sind den potenziellen Viren durch ihre Tätigkeit auch in besonderem Maße ausgesetzt.

Um Kunden und Mitarbeiter zu schützen, hat der Rewe-Markt im Jan-Reiners-Center Desinfektionsmittelspender aufgestellt. Zudem gibt es Tücher, um die Griffe an Einkaufswagen und -körben abzuwischen. „Die Mitarbeiter haben die gängigen Hygienemaßnahmen mit auf den Weg bekommen: Abstand halten, Hände waschen und nicht ins Gesicht fassen“, zählt Christian Skusa auf.

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