Kaum Vermietungen und Verkäufe von Häusern und Wohnungen: Wegen der Coronaschutzmaßnahmen gibt es so gut wie keine Besichtigungen mehr. Foto: Schlie
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Coronakrise erreicht den Immobilienmarkt

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Wie sich die Schutzmaßnahmen in Bremen auf Vermietungen und Verkäufe auswirken.

Die Corona-Schutzmaßnahmen wirken sich auch auf den Immobilienmarkt aus. So gibt es aufgrund des Kontaktverbots weniger Besichtigungen und damit auch weniger Vermietungen und Verkäufe. „Ich gehe aber nicht von einem Einbruch des Immobilienmarkts aus, sondern eher von einer Parallelverschiebung“, sagt Stephan Röpke, Vorsitzender des Immobilienverbands IVD Nord für Bremen. Wer jetzt kaufen oder mieten wollte, werde dies um einige Monate verschieben. „Um dieses sicher zu beurteilen, ist es jedoch jetzt noch zu früh“, sagt Röpke.

Fest stehe, dass der Markt für die Wohnungsvermietung nahezu zum Erliegen gekommen ist. „Verkäufe für Selbstnutzer laufen noch auf sehr niedriger Flamme weiter“, sagt Röpke. Im institutionellen Anlagebereich, also bei Kapitalanlegern, die zum Beispiel Mehrfamilienhäuser kaufen, sehe es besser aus. Dort werde laut Röpke nach wie vor gekauft.

Auf die Preise werde sich die Krise nicht auswirken. Das schätzt nicht nur Röpke so ein, sondern auch Ingmar Vergau, Geschäftsführer des Bremer Landesverbands von Haus und Grund, dem Zentralverband der deutschen Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer: „Das Niveau wird in Bremen in etwa so bleiben wie in der Zeit der vor Krise.“ Anders sehe es in Städten wie Frankfurt und München aus, wo die Preise in der Zeit vor der Coronakrise sehr stark gestiegen seien.

Krise werde sich nicht langfristig auf Markt auswirken

Auch Vergau sieht den Rückgang bei Vermietungen und Verkäufen. „Es ist sehr schwierig, aufgrund des Kontaktverbots Besichtigungen und Übergaben durchzuführen. Dazu kommt, dass gerade alle Akteure etwas zurückhaltender werden, wenn es um große Investitionen geht“, sagt Vergau. Dennoch geht er davon aus, dass sich die Coronakrise langfristig nicht negativ auf den Immobilienmarkt auswirken werde.

Aus Stephan Röpkes Erfahrung machen sich die Schutzmaßnahmen auch bei den Abwicklungen bemerkbar: „Die Beschaffung von Unterlagen läuft etwas zäh, zum Beispiel weil beim Bau- oder Grundbuchamt keine persönlichen Besuche mehr möglich sind“, sagt Röpke.
„Bei zugesagten Darlehen springen Banken nicht ab“, ist Röpkes Erfahrung. Bei der Neuvergabe von Krediten an Privatkunden scheinen die Banken nach seiner Ansicht derzeit nach keine neuen Zusagen zu machen.

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