Werder-Sportchef Frank Baumann Foto: Nordphoto Werder-Geschäftsführer Frank Baumann stellte sich nach der DFL-Versammlung einer virtuellen Medienrunde. Archivfoto: Nordphoto
Fußball-Bundesliga

Noch kein Starttermin für Geisterspiele

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Die Liquidität der Bundesligisten durch TV-Gelder ist erstmal gesichert - sogar bei einem Saisonabbruch.

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat eine Einigung mit den Inhabern der TV-Rechte erzielt. Damit ist sichergestellt, dass im Mai Geld fließt und die Vereine liquide bleiben. „Kompliment an das DFL-Präsidium, dass eine Einigung mit den TV-Partnern erzielt werden konnte. Das verschafft den Vereinen etwas Luft“, sagte Werder-Geschäftsführer Frank Baumann nach der Versammlung. Das TV-Geld decke aber nur einen Teil der Ausnahmeausfälle. „Es wird weiter eine große Herausforderung für uns bleiben“, so Baumann.

Dabei ist weiterhin unsicher, ob es wie von der Vereinigung der 36 Erst- und Zweitligisten angestrebt, wirklich zu einer Fortsetzung der Saison in Form von Spielen ohne Zuschauer kommt. Einen konkreten Starttermin gibt es noch nicht, das erklärte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert nach der Videokonferenz der Vereinsvertreter. Nicht die DFL werde den Zeitpunkt des Wiederbeginns festlegen, sondern die Politik.

Terminfestlegung am 30. April?

Möglich, dass das am 30. April passiert. Dann sind die Sportminister der Bundesländer mit Kanzlerin Angela Merkel zur Telefonkonferenz verabredet. Einen Neustart am ersten Maiwochenende schloss Seifert aus.

„Ich bin skeptisch, dass am 9. Mai Spiele stattfinden. Entscheidend für uns ist, wann wir die Trainingsgruppen vergrößern können“, sagte Baumann. „Mindestens zwei, besser drei Wochen Mannschaftstraining werden nötig sein, weil man schon jetzt sehr lange aus dem Mannschaftstraining raus ist“, erklärte er.

Doch auch der Abbruch der Saison ist weiterhin nicht vom Tisch. In diesem Fall würden müssten die Vereine das ausgezahlte Fernsehgeld zu einem späteren Zeitpunkt zurückzahlen.

Abschluss bis 30. Juni angestrebt

Sollte die Spielzeit trotz aller Widrigkeiten und Kritik fortgesetzt werden, soll sie bis zum 30. Juni abgeschlossen werden. Allerdings ließ sich die DFL die Option offen, auch im Juli noch Spiele auszutragen. Das galt lange Zeit als nahezu ausgeschlossen, weil viele Spielerverträge am 30. Juni auslaufen. „Es würde vieles einfacher machen, wenn wir die Saison bis zum 30. Juni zu Ende bringen“, sagte Baumann mit Blick auf arbeitsrechtliche und andere Probleme, die

Im Zuge der Pressekonferenz stellte die DFL auch ihr 50-seitiges Konzept für die Austragung von Geisterspielen vor. Darin enthalten: Hygienevorschriften (auch für zu Hause), regelmäßige Tests von Spielern und Mannschaftsstab und eine streng begrenzte Zahl von Personen im Stadion (98 im Innenraum, 115 auf der Tribüne, maximal 109 im Außengelände).

Baumann unterstrich noch einmal, dass der Profi-Fußball keine Sonderrolle für sich beanspruche: „Die Gesundheit steht an erster Stelle.“ Genau wie andere Branchen suche man nach Möglichkeiten, um den Betrieb wieder aufzunehmen und wieder Einnahmen zu erzielen. Dabei werde man sich an die Entscheidungen und Vorgaben der Politik halten.

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