Abstand halten und den Aufenthalt so kurz wie möglich halten: Mit einigen Einschränkungen konnte die Stadtbibliothek Bremen wieder öffnen. Foto: Harm
Stadtbibliothek

Ein Korb für Besucher

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Wie die Stadtbibliothek Bremen die Wiedereröffnung regelt und was sich ändert.

Darauf schienen viele Bremer gewartet zu haben: Nach sieben Wochen hat die Stadtbibliothek wieder geöffnet. In der Zentralbibliothek standen die Menschen bis auf die Straße, um ihre Medien abzugeben und neue zu entleihen. Allein an den ersten beiden Tagen wurden dort und in allen Außenstellen 14.700 Bücher, Filme, Hörbücher und Co. zurückgegeben – vor Corona waren es etwa 3.000 Medien pro Tag, wie Direktorin Barbara Lison sagt.

Während der cornabedingten Schließzeit wurde das Online-Angebot besonders stark genutzt. Rund 1.000 Kunden haben sich digital bei der Stadtbibliothek angemeldet und können nun auch ausschließlich digital Medien ausleihen. Innerhalb eines Monats sind die Nutzungszahlen der digitalen Ausleihe um 20 Prozent gestiegen. Eine Steigerung, die die Einrichtung sonst innerhalb eines Jahres verzeichnet.

„Es hat sich besonders gezeigt, wie richtig der Weg der Stadtbibliothek war, frühzeitig auf digitale Medien zu setzen“, sagt Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz. Der Finanzsenator unterstützt die Digitalisierung mit 30.000 Euro.

Jetzt kann die Stadtbibliothek auch wieder auf die physischen Medien setzen. Denn die Ausleihe und Rückgabe ist in allen Einrichtungen, auch in den Außenstellen, wieder möglich. Der Besuch soll aber auf eine möglichst kurze Zeit beschränkt werden.

Ein Mund-Nasen-Schutz ist Pflicht, WLAN ist nicht verfügbar und die PC-Plätze sind geschlossen. Veranstaltungen fallen aus oder werden wie im Falle des Bilderbuchkinos auf die Videoplattform Youtube verlegt.

In der Zentralbibliothek dürfen sich gleichzeitig nicht mehr als 100 Besucher aufhalten, in der Außenstelle in Vegesack sind es 15. Um den Kundenstrom zu kontrollieren, wird an jeden Besucher ein Korb ausgeteilt, der am Ende wieder abgegeben werden muss.

„Wir wollen eigentlich, dass die Menschen zu uns kommen und bleiben, aber nun müssen wir auch das Gehen organisieren“, sagt Direktorin Lison. Doch nicht nur ideell, auch finanziell seien es derzeit schwierige Zeiten.

Die Stadtbibliothek rechnet mit Einbußen durch die Coronakrise. Allein schon weil die Mahngebühren für viele Wochen fehlen: Vor Corona hat die Stadtbibliothek nach eigenen Angaben zwischen 20.000 und 30.000 Euro Mahngebühren pro Monat erhoben. Mit Beginn der Schließung Mitte März hat die Einrichtung die Leihfrist automatisch bis Ende Mai verlängert. Für diesen Zeitraum fallen somit auch keine Mahngebühren an.

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