In Bremen gibt es keine medizinische Fakultät, aber Überlegungen Studierenden den praktischen Teil der Ausbildung hier zu ermöglichen. Symbolfoto: Pixabay
Ärztestatistik 2019

In Bremen fehlt der Ärzte-Nachwuchs

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Bremen ist gut mit Ärzten versorgt, allerdings gibt es zu wenig Nachwuchs, besonders bei den Hausärzten.

In Bremen gibt es, gemessen an der Zahl der Einwohner, mehr Ärzte als in den meisten anderen Bundesländern. So kommen im Land Bremen 160 Einwohner auf einen Arzt, nur Hamburg und Berlin stehen noch besser da. In Hamburg sind es 135 Einwohner je Arzt, in Berlin 154. Das geht aus den Zahlen hervor, die die Bundesärztekammer jetzt vorgelegt hat.

„Die Stadtstaaten stehen ganz weit oben, weil sich in Städten einfach mehr Ärzte niederlassen“, sagt Christoph Fox, Sprecher der Kasssenärztlichen Vereinigung Bremen. Klar ist laut Fox aber: Bremen ist gut mit Ärzten versorgt.

„Das ist aber nicht immer das, was die Menschen fühlen, wenn sie versuchen, bei einem Urologen oder einem Augenarzt einen Termin zu vereinbaren“, erklärt Fox.

Hausärzte bereiten Sorge

In Bremen gibt es laut der Ärztestatistik insgesamt 5.451 Ärzte, von denen allerdings 1.182 nicht tätig sind, zum Beispiel weil sie im Ruhestand sind. 1.276 Ärzte arbeiten in einer Praxis, 2.151 in Krankenhäusern. Hinzu kommen Mediziner bei Behörden oder anderen Bereichen.

Auch wenn es in Bremen nicht an Ärzten mangelt, sorgt sich die Kassenärztliche Vereinigung um die Hausärzte. „Die Zahlen sind rückläufig. Für die nächsten fünf Jahre wird sich die Situation nicht drastisch verändern, aber wir müssen auf die nächsten 10, 20 Jahre blicken“, sagt Fox.

Kein Medizin-Studiengang in Bremen

Nicht nur die Kassenärztliche Vereinigung betont, dass mehr ausgebildet werden muss. Die Bremer Ärztekammer sieht es genau so. Bremen ist das einzige Bundesland, in dem man nicht Medizin studieren kann.

„Damit ist die Region deutlich im Nachteil, weil Medizinstudenten für ihre berufliche Laufbahn häufig dort bleiben, wo sie auch studieren“, sagt Bettina Cibulski, Sprecherin der Bremer Ärztekammer. „Dass es hier keine medizinische Fakultät gibt, ist ein richtiges Bremer Handicap“, kritisiert auch Fox von der Kassenärztlichen Vereinigung.

20 Prozent der Ärzte gehen in nächsten Jahre in Rente

Die oppositionelle CDU forderte im vergangenen Jahr den Aufbau einer medizinischen Fakultät an der Bremer Universität. Doch der damalige Senat lehnte den Plan wegen der hohen Kosten ab. Die SPD schlug vor, dass Studierende den praktischen Teil ihrer Medizinausbildung in Bremer Kliniken absolvieren könnten.

Dass dringend junge Ärzte gebraucht werden, zeigt auch die Altersentwicklung der Ärzte. Die Bundesärztekammer geht davon aus, dass in den nächsten Jahren bundesweit etwa 20 Prozent der berufstätigen Ärzte in Rente gehen. Gleichzeitig, warnt die Bundesärztekammer, wachse der Bedarf an Behandlungen, weil die Bevölkerung in Deutschland immer älter werde und es immer weniger junge Menschen gebe.

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