In diesem Jahr steht natürlich die Blaumeise im Fokus bei der Stunde der Gartenvögel. Schließlich ist ihr Bestand durch das Bakterium Suttonella ornithologa bedroht. Fotos: Bollmann
Piepmatz-Inventur

Sorge um die Blaumeisen

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Bei der Nabu-Aktion "Stunde der Gartenvögel" vom 8. bis 10. Mai können wieder alle Vogelfreunde mitzählen.

Vor dem Hintergrund des sich auch in Bremen ausbreitenden Blaumeisensterbens ruft der Naturschutzbund (Nabu) zur alljährlichen Vogelzählung „Stunde der Gartenvögel“ vom 8. bis 10.Mai auf.

„Noch nie war der Blick in den Garten und an die Futterstelle so wichtig“, sagt Florian Scheiba vom Nabu Bremen. „ Wir brauchen in der aktuellen Lage mit dem Blaumeisensterben möglichst viele Daten um uns ein Bild über das mögliche Ausmaß dieser Krankheitswelle machen zu können“.

„Inzwischen liegt die Zahl der bundesweiten Verdachtsfälle bei gut 16.500 mit rund 30.000 betroffenen Vögeln. Bremen liegt bei den Meldungen mit etwa 15 pro 100.000 Einwohner auf dem 7. Platz und gehört damit höchstwahrscheinlich mit zum Ausbruchsgebiet des Meisensterbens“, schildert Scheiba die aktuelle Situation.

Verdacht bestätigt

Nachdem der Erreger zuerst unbekannt war, haben mehrere Untersuchungen den Nabu-Verdacht bestätigt. Das Bakterium Suttonella ornithocola ruft bei Meisen eine Lungenentzündung hervor.

Für Menschen und Haustiere ist der Erreger ungefährlich. Das Bakterium ist erst seit 1996 bekannt und wurde erstmals aus Großbritannien beschrieben. „Allerdings gab es aufgrund dieses Bakteriums noch nie ein solches Massensterben, das sich neben Deutschland auch in Belgien und Luxemburg ausgebreitet hat“, berichtet der Nabu-Mann.

Typisch für eine bakterielle Erkrankung wären eher lokale Ereignisse wie etwa bei den Trichomonaden, einem Erreger der vor allem Grünfinken seit einigen Jahren zu schaffen macht. „Dieses zeitgleiche, massive Auftreten ist eine der interessanten Fragen, die es bei diesem Thema noch zu klären gilt“, so Scheiba weiter.

Auswirkungen auf Meisenbestand

Eine noch interessante Frage ist natürlich die Frage nach der Auswirkung auf den Bestand an Blaumeisen. Hier kann die alljährliche Nabu-Volgelzählung ihren Wert noch einmal ausdrücklich unter Beweis stellen. „Natürlich gewinnen Daten an Wert je länger man sie erhebt um auch Vergleiche ziehen zu können“, erläutert Vogelschutzexperte Scheiba.

Genau das macht der Nabu mit der Stunde der Gartenvögel schon seit 15 Jahren. In Bremen war die Blaumeise immer auf den vorderen vier Plätzen und die Vogelschützer sind gespannt wie sich die bakterielle Erkrankung bei der Blaumeise auswirkt. Bei der Amsel, auch ein Top-4-Vogel gab es nach dem erstmaligen Ausbruch des Usutu-Virus vor zwei Jahren deutliche Verluste bei den Vogelzählungen.

Noch ein Vorteil der Vogelzählung ist die einfache Mitmachmöglichkeit. Zum Mitmachen einfach innerhalb des Zählzweitraums alle Vögel zählen, die im Garten oder im örtlichen Park innerhalb einer Stunde zu sehen oder zu hören sind.

Nur die höchste Zahl je Art notieren

Es sollte von jeder Vogelart die höchste Zahl zu einem Zeitpunkt notiert werden. „Ein Spatz der fünfmal an die Futterstelle fliegt, gilt dann als ein Spatz. Erst wenn fünf Spatzen gleichzeitig auftreten, notiert man fünf Vögel, erklärt Scheiba die Vorgehensweise bei der Zählung.

Die gezählten Vögel können dann bis zum 18. Mai über ein Online-Formular, die kostenlose Nabu-App „Vogelwelt“ und auch über eine am Samstag, 9. Mai geschaltete kostenlose Hotline des Nabu unter der Rufnummer 0800 / 1 15 71 15 gemeldet werden.

Unter allen Meldungen werden auch in diesem Jahr wieder tolle Preise von hochwertigen Ferngläsern, über Nistkästen bis hin zu Einkaufsgutscheinen verlost.

Neben der Beobachtung im Rahmen der Gartenvogelzählung ist auch weiterhin eine Meldung von kranken oder toten Meisen unter NABU.de/meisensterben sinnvoll. Weitere Infos unter Telefon 0421 / 48 44 48 70 oder NABU-Bremen.de im Netz.

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