Die Container sollen auf einem Areal hinter dem ehemaligen Jakobus-Haus in der Friedrich-­Rauers-Straße aufgestellt werden. Foto: Schlie
Drogenkonsumraum

Süchtige müssen warten

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Die Container als Zwischenlösung für kontrollierten Drogenkonsum kommen frühestens im Juli.

Schon lange sind sie im Gespräch, zuletzt hatte der Beirat Mitte darüber geredet: Im April sollten die Container aufgestellt werden, die als Drogenkonsumräume dienen sollen. Sie sollen auf einem umzäunten Areal auf dem Parkplatz des ehemaligen Jakobus-Hauses in der Friedrich-Rauers-Straße stehen. Doch jetzt verzögert sich die Eröffnung der von vielen geforderte Einrichtung in Bahnhofsnähe – bis mindestens Anfang Juli.

Ein Grund dafür ist nach Angaben des Gesundheitressorts vor allem die Coronakrise, die viele Kapazitäten erfordert. „Es liegt aber auch an den Genehmigungsverfahren für die Container. Da konnte vieles noch nicht geklärt werden“, sagt Wolfgang Adlhoch, Leiter der ambulanten Drogenhilfeorganisation Comeback.

Besonders anfällig für Infektionskrankheiten

Comeback soll für den Betrieb der Drogenkonsum-Container verantwortlich. Gerade jetzt hätten es Drogensüchtige besonders schwer, betont Adlhoch. „Die Zielgruppe ist besonders anfällig für Infektionskrankheiten, und viele haben nur wenige Rückzugsmöglichkeiten, daher sind solche Räume wichtiger denn je“, sagt er.

Klar ist wohl, dass die ohnehin schon strikten Hygienevorschriften in den Drogenkonumräumen durch die Coronakrise noch weiter verschärft werden müssen. „Ich kann mir vorstellen, dass wir zum Beispiel durchsichtige Schutzwände aufstellen müssen und weniger Personen gleichzeitig in den Containern betreuen können, als bisher geplant“, vermutet Adlhoch.

Umsetzung abhängig von der Corona-Lage

Bisher ist vorgesehen, dass sich dort sechs bis acht Personen gleichzeitig aufhalten dürfen. „Wie die konkrete Umsetzung sein wird, werden wir abhängig von der Corona-Lage zum Eröffnungstermin entscheiden müssen“, erklärt Lukas Fuhrmann, Sprecher des Gesundheitsressorts.

Die Container sollen von möglichst vielen Drogenkonsumenten mit den entsprechenden Konsummustern genutzt werden. In einer Machbarkeitsstudie wurden rund 400 bis 600 potenzielle Nutzer ausgemacht.

Nur ein Provisorium

Trotzdem handelt es sich nur um ein Provisorium – vorgesehen ist eine Immobilie, in der langfristig solch ein Raum eingerichtet werden kann . „Die Suche nach einer geeigneten Immobilie läuft noch. Mit einer Eröffnung ist nicht vor 2021 zu rechnen“, erklärt Fuhrmann.

Hilfsangebote wie das Beratungszentrum von Comeback sind trotz Corona erreichbar. Auf viele Tagestreffs und Essensangebote müssen Süchtige aber derzeit verzichten.

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