Der Fahrradweg wird so breit, dass in jeder Richtung zwei Radler nebeneinander fahren können. Foto: SKUMS
Verkehrsplanung

Handelskammer sieht rot

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In der Bremer City soll eine Autospur für Radfahrer geopfert werden. Die Handelskammer fühlt sich übergangen.

Matthias Fonger fühlt sich überfahren. „Von einer derartigen Einschränkung des Verkehrs war bei der bisherigen Diskussion nicht die Rede“, schimpft der Hauptgeschäftsführer der Bremer Handelskammer. Mobilitätssenatorin Maike Schaefer will die Straße Am Wall zu einer „Fahrrad-Premiumroute“ umbauen.

Wall wird Einbahnstraße

Bisher können die Autos dort je Richtung einen Fahrstreifen nutzen. Damit ist bald Schluss. Schaefer möchte den Wall in eine Einbahnstraße umwandeln. Die Fahrspur zu den Wallanlagen hin will sie rot einfärben und nur noch für Radfahrer freigeben. Um die zu schützen soll zwischen Radweg und Autostraße eine Betonschwelle verlaufen.

„Damit erhält Bremen seine erste Protect Bike Lane“, freut sich Schaefer. Die Schwelle ist so niedrig, dass Polizei und Feuerwehr sie im Notfall überwinden und auf der Radspur fahren können. Die Parkplätze am Wall entlang den Geschäften blieben erhalten, verspricht die Senatorin. „Mit dem Wallring verbessern wir die Erreichbarkeit des örtlichen Handels für den Fahrradverkehr“, sagt die Grünen-Politikerin.

Teil der Premiumroute

Der Radweg am Wall ist Teil der geplanten Fahrrad-Premiumroute D15, die von Mahndorf über die City bis Bremen-Nord führen soll. Das gesamte Projekt soll rund 20 Millionen Euro kosten. Der Umbau am Wall schlägt mit fünf Millionen Euro zu Buche. Davon übernimmt der Bund 3,8 Millionen Euro.

Im Sommer 2021 soll der Umbau am Wall beginnen. Im Herbst 2022 können die ersten Radler dort fahren.

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