Nicht ganz so prunkvoll wie auf dem Weihnachtsmarkt soll es aussehen, wenn die Schausteller ihre Buden in der Innenstadt aufstellen dürfen. Doch andere Beteiligte wie die Handelskammer und die City-Initiative haben noch in einigen Punkten Bedenken. Archivfoto: WR
Schausteller

Wirbel um Jahrmarkt-Buden

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Ob Schausteller Stellplätze für Buden in der Innenstadt bekommen, hängt von der Konkurrenz-Situation ab.

Es ist als Unterstützungsmaßnahme für eine gebeutelte Branche gedacht – Bremer Schausteller wollen in der Innenstadt rund 20 Buden verteilt aufstellen und dort ihre Waren und Essbares anzubieten. Doch nach langen Verhandlungen stellt sich das Projekt als schwieriger heraus, als zunächst gedacht, denn einige der beteiligten Parteien äußern Bedenken.

„Grundsätzlich ist der Entwurf zu begrüßen, aber der Teufel steckt hier im Detail“ sagt etwa Karsten Nowak, Geschäftsführer der Handelskammer Bremen im Bereich Einzelhandel. „Wir wollen die Innenstadt beleben, aber keine neuen festen Veranstaltungsorte schaffen“, erklärt er.

Angebot soll stark eingeschränkt werden

Daher schlägt er vor, das neue Angebot zunächst in kleinerer Form zu etablieren und auf Angebote wie etwa Süßwaren zu beschränken, die keine unmittelbare Konkurrenz zum stationären Einzelhandel darstellen.

Carolin Reuther, Geschäftsführerin der Bremer City-Initiative, sieht das ähnlich. „Wir können uns die Buden gut vorstellen, sofern alle davon profitieren. Das heißt, dass keine neuen Konkurrenzen, etwa durch zusätzliche Imbissangebote, geschaffen werden sollen“, betont sie.

Verband kann Einwände nicht nachvollziehen

Die Schausteller hatten sich andere Hoffnungen gemacht. „wir sind etwas enttäuscht über den Ablauf. Zunächst waren alle Projektpartner begeistert von der Idee, jetzt wird es zunehmend schwieriger“, sagt Wolfgang Ahrens, Geschäftsführer des Schaustellerverbands Bremen.

Inwiefern etwa ein Speiseeis-Stand den stationären Handel beeinflussen könnte, kann Ahrens nicht nachvollziehen. „Wir Schausteller kämpfen um unsere Existenz und haben unseren Plan auch weiterhin nicht aufgegeben“, gibt er sich zuversichtlich.

Wirtschaftsressort spielt Schaustellern den Ball zu

Ob die Buden letztlich in die Innenstadt kommen, entscheidet die Wirtschaftsbehörde. „Es besteht Einvernehmen darüber, dass eine Nutzung von Flächen grundsätzlich als genehmigungsfähig angesehen wird. Allerdings sind nur Konzepte, Standorte und Angebote vertretbar, die keine Konkurrenz zu den gastronomischen Betrieben sowie den auf dem Wochenmarkt bestehenden ganzjährigen Angeboten darstellen“, erklärt Kai Stührenberg, Sprecher des Wirtschaftsressorts.

Das bisherige Konzept der Schausteller sei noch nicht umsetzbar, nun komme es darauf an, ob die Schausteller einen neuen Entwurf vorlegen, so der Sprecher.

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