Jens Buntemeyer hofft, bald wieder häufiger vor Publikum spielen zu können.Foto: pv Jens Buntemeyer hofft, bald wieder häufiger vor Publikum spielen zu können.Foto: pv
Interview

Jens Buntemeyer: Mehr Wertschätzung für die Kultur

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Wir wollten wissen, wie kreative Köpfe mit der aktuellen Situation aufgrund von Corona umgehen.

Besonders hart getroffen von den Einschränkungen aufgrund des Corona-Virus sind Menschen aus der Kultur- und Kreativszene. Zumal sie häufig Selbstständig sind und nun ohne Aufträge und Einkommen dastehen. Wir sprachen mit mehreren kreativen Menschen über Ihren Umgang mit der Situation. So auch mit Jens Buntemeyer, Musiker und Pianist.

Delme Report: Herr Buntemeyer, belastet Sie die Corona-Zeit?

Jens Buntemeyer: Ich denke nicht den ganzen Tag darüber nach, aber im Unterbewusstsein spielt es natürlich immer wieder einer Rolle. Man fragt sich, wie lange es noch so weitergeht beziehungsweise wann wir wieder in unser „normales“ Leben zurückkehren können. Leider gibt es noch keine wirklichen Perspektiven für mich als Musiker, Künstler und Veranstalter. Es ist eine sehr schwierige Zeit. Seit dem Lockdown sind mir sehr viele Auftritte weggebrochen und ich verdiene, wie alle anderen Musiker und Künstler auch, seitdem keinen Cent mit meiner Musik.

Haben Sie Verständnis für die Sicherheitsmaßnahmen?

Ja, sie waren angebracht. Ich mache das Beste aus der Situation. Durch die stetigen Lockerungen und Öffnungen der Gastronomie, besteht für mich als Pianist wieder langsam die Möglichkeit auf kleinen Gesellschaften zu musizieren. Das ist ein Anfang und freut mich wirklich sehr.

Was haben Sie in der Zwangspause gemacht?

Ich habe mehr Zeit für meine Familie, das empfinde ich als sehr schön. Und mit einem Freund habe ich den Gartenzaun erneuert.

Leidet Ihre Kreativität?

Nein. Um nicht aus der Übung zu kommen, sitze ich Zuhause viel am Piano, übe und entwickle Songs für ein neues Album mit Tina Härtel. In diesem Zusammenhang habe ich auch neue Strategien für mein Onlinemarketing entwickelt. Des Weiteren habe ich mit meinem Musikpartner Gerd Albers vor einigen Senioreneinrichtungen Musik gemacht. Das kam bei den Bewohnern sehr gut an.

Also können Sie Corona beziehungsweise den Maßnahmen auch etwas Positives abgewinnen?

Man wird kreativer in Bereichen, die man sonst eher vernachlässigt hat. Auch ist das Leben nicht mehr ganz so hektisch, sondern man geht die Dinge entspannter an. Schön ist auch, dass man endlich respektvoller mit bestimmten Berufsgruppen umgeht, die dafür sorgen, dass unsere Grundversorgung gewährleistet ist.

Wünschen Sie sich mehr Aufmerksamkeit für die Kreativ- und Veranstaltungsbranche?

Bedingt durch die Corona-Krise sind die Künstler endlich mal etwas mehr im Fokus. Das ist positiv, auch wenn quasi alle freiberuflichen Musiker und Künstler durch sämtliche Raster der Soforthilfen gefallen sind. Sie konnten keine Betriebskosten geltend machen. Die Kultur-, Event- und Unterhaltungsbranche ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und sie ist für viele Bürgerinnen und Bürger eine Möglichkeit, vom Alltag abzuschalten. Sie bietet einen hohen Unterhaltungs- und Freizeitwert, den es zu erhalten gilt.

(Hier geht es zum Interview mit Johannes Mitternacht)

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