Annkatrin Monsieur und Thomas Göttle, Leiter der Kita Heinrich-Imbusch-Weg, erzählen, wieder neue Alltag in ihrer Kita mit eingeschränktem Regelbetrieb ist. Foto: Schlie
Corona-Alltag

Neuer, alter Alltag in Kitas

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Die Kitas müssen mit dem eingeschränkte Regelbetrieb neue Herausforderungen bewältigen.

„Die Kita ist ein Mikrokosmos unserer Gesellschaft“, findet Wolfgang Bahlmann, Geschäftsführer der städtischen Kitas Bremen, die bis zu 9000 Plätze in Kindertagesstätten zur Verfügung stellen. Seit einigen Wochen herrscht in den Kitas eingeschränkter Regelbetrieb. Das bedeutet, dass nicht alle Plätze angeboten werden können, sagt Bahlmann. In der Kinder- und Familienzentrum Heinrich-Imbusch-Weg kann nur von 8 bis 14.30 Uhr betreut werden. „Das ist schwierig für berufstätige Eltern“, sagt Kita-Leiter Thomas Göttle.

Hohe Nachfrage bei Ferienbetreuung

Jetzt stehen die Ferien vor der Tür. „Die reduzierte Anzahl an Kindern lässt zu, dass wir mehr Räume haben und somit eine Betreuung von 7 bis 16 Uhr anbieten können“ erklärt Göttle. Wenn es nach den Sommerferien mit dem eingeschränkten Regelbetrieb weiter gehe, wäre das fatal für arbeitende Eltern. „Viele Berufstätige mussten schon ihre Arbeitszeit ändern oder bringen ihre Kinder nur noch zu den Großeltern, weil es sonst mit ihren Arbeitszeiten nicht vereinbar ist“, erzählt Annkatrin Monsieur, die stellvertretende Leitung der Kita am Heinrich-Imbusch-Weg. Das bestätigt auch Bahlmann: „Wir haben eine deutlich höhrere Nachfrage für die Sommerferienbetreuung, weil sich viele Eltern schon viel Urlaub im März genommen haben.“

Die Kinder seien allerdings sehr froh gewesen, wieder in die Kita gehen zu dürfen. „Die Kinder gehen unterschiedlich mit Corona um. Von ängstlich bis spielerisch ist alles dabei“, sagt Göttle. Positiv aufgefallen ist den Erziehern, dass sich viele Kinder während der Kita-freien Zeit trotzdem weiterentwickelt haben: „Es hat den Kindern gut getan, ein bisschen mehr Zeit zu haben“, findet Monsieur. Schwierig sei es, dass die Gruppen nicht mehr gemischt werden dürfen und übergreifende Angebote wie Sprachförderung oder andere Projekte wegfallen. „Momentan ist gutes Wetter und wir sind viel draußen, wo sich die Gruppen mischen dürfen. Da merken die Kinder den Unterschied noch nicht. Wenn wir aber wieder mehr drinnen sind, werden sie die Einschränkungen mehr spüren“, meint Monsieur.

Nicht auf neuestem technischen Stand

Innerhalb einer Gruppe müssen die Kinder keinen Abstand wahren. Auch zwischen Erzieher und Kind müssen die Abstandsregelungen nicht eingehalten werden. „Unter den Kollegen müssen wir aber Abstand halten, was auch Teambesprechungen erschwert“, sagt Monsieur. Die Eltern geben ihre Kinder an den Terrassentüren der jeweiligen Gruppen ab. Wer hineinkommt, braucht einen Mund-Nasen-Schutz und muss sich in eine Liste eintragen. „Wir sind allerdings flexibel und führen Elterngespräche auch durch Fenster oder draußen“, sagt Göttle. Das Problem sei, dass die Kita nicht auf dem neuesten technischen Stand ist. Es gebe weder die Möglichkeit, mit einem PC oder mit Messengern wie Whatsapp mit den Eltern zu kommunizieren. „Während sich alle Eltern in einer Whatsapp-Gruppe austauschen, dürfen wir aus Datenschutz-Gründen dort nicht teilnehmen und müssen umständlich Briefe verschicken“, beschwert sich Göttle.

Nach den Sommerferien kommen neue Kinder in die Kita. „Hoffentlich sind dann die Regelungen weiter gelockert worden“, sagt Monsieur. „Die Eingewöhungszeit für die neuen Kinder wird sich in die Länge ziehen, weil nur ein Elternteil pro Gruppe dann dabei sein darf.“

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