Stiftungsdorf-Leiterin Sabine Schöbel (2. v. li.) begrüßt Miriam Löbbering (2. v. re.) und Richard Alawode (Mitte) im Studentenwohnheim. Annegret Fischer-Böntgen (li., Mieterin im Stiftungsdorf) und Ortsamtsleiter Ulrich Schlüter (re.) hießen die Neuzugänge willkommen. Foto: Lenssen
Studierendenwohnheim

Viel Holz und dörflicher Charme

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Erste Studenten ziehen in die neue Wohnanlage im Stiftungsdorf Ellener Hof ein.

18 Jahre ist Miriam Löbbering erst alt, doch die junge Frau weiß schon genau was sie will. Ihre Schule hat sie beendet, startet nun ein duales Studium als Mechatronikerin bei Hella Fahrzeugkomponenten. Dafür zieht Löbbering aus ihrem Heimatort Sittensen bei Hamburg nach Bremen. Um genau zu sein, ins neue Studentenwohnheim im Stiftungsdorf Ellener Hof in Osterholz. Eine Wohnung mit Nord-Ost-Ausblick hat sie sich ausgesucht.

„Da sehe ich viel Grün, ich bin ja schließlich ein Ticken Dorfkind“, sagt Löbbering mit einem Schmunzeln. Dass unmittelbar neben dem Studentenwohnheim auf einer riesigen Baustelle an weiteren Gebäuden der sozial-ökologischen Modellsiedlung gewerkelt wird, stört sie dabei nicht. „Dann wird es einem auch nicht langweilig“, findet die junge Frau, die hier an der Ludwig-Roselius-Allee in Blockdiek auch sofort die Vorzüge der Großstadt sieht. „Da wo ich herkomme ist man froh, wenn der Bus mehr als ein Mal pro Stunde fährt. Hier habe ich eine Bushaltestelle gleich vor der Haustür und nicht viel weiter die Straßenbahn, die alle paar Minuten fährt – das ist einfach klasse und so komme ich auch schnell zur Hochschule.“

Studenten aus aller Welt

Genauso sieht es Richard Alawode, der vor einem dreiviertel Jahr aus Nigeria nach Deutschland kam, und jetzt seinen Masterstudiengang im Bereich Physik an der Uni beginnt. „Die Stadt ist groß, aber trotzdem nicht so laut und wuselig. Das finde ich sehr angenehm“, so der 30-Jährige, der sich in seinem mit hellem Holz möblierten 20-Quadratmeter-Apartment bereits eingerichtet hat.

Sabine Schöbel kennt die Holzbude – so der offizielle Name des Wohnheims –schon seit deren Grundsteinlegung im April 2019, hat das Haus wachsen sehen. „Die Architektur ist gelungen, von jeder Seite entdeckt man eine andere Facette“, findet die Leiterin des Stiftungsdorfs Ellener Hof. Rund ein Drittel der 66 Studentenapartments des siebengeschossigen Gebäudes sind bereits fest vergeben und wenn der Studienbetrieb bald nach Corona wieder richtig anlaufe, dann sollten auch die restlichen schnell vermietet sein, erwartet Schöbel. Die Reservierungsliste sei jedenfalls lang. Darunter sind auch viele ausländische Studenten, die wegen der Pandemie derzeit noch in ihren Heimatländern festsitzen.

66 Apartments

Die Holzbude ist das erste Studierendenwohnheim in Bremen-Osterholz und mit sieben Stockwerken das höchste Gebäude auf dem zehn Hektar großen Gelände des Ellener Hofs. Es verfügt über 66 mit Pantry-Küchen, Duschbädern, Fußbodenheizung und modernen Holzmöbeln ausgestattete Apartments (Miete 350 Euro), die über das Studierendenwerk Bremen vergeben werden. Es gibt auch einige behinderten- und rollstuhlgerechte Apartments, die etwas größer sind. Betrieben wird die Holzbude von der Bremer Heimstiftung. Die Senatorin für Wissenschaft und Häfen unterstützt das Kooperationsprojekt mit 2,8 Millionen Euro.

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