Radfahrer dürfen in der Lahnstraße auf der Fahrbahn fahren, nutzen jedoch den noch vorhandenen Radweg, weil es keine eindeutige Kennzeichnung gibt. Dies führt immer wieder zu brenzligen Situationen mit Autofahrern und Fußgängern.Foto: Schlie Radfahrer dürfen in der Lahnstraße auf der Fahrbahn fahren, nutzen jedoch den noch vorhandenen Radweg, weil es keine eindeutige Kennzeichnung gibt. Dies führt immer wieder zu brenzligen Situationen mit Autofahrern und Fußgängern.Foto: Schlie
Mängelmelder

Marode Wege, parkende Autos

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Der ADFC sammelt mit dem Mängelmelder seit August bereits über 900 Gefahrenstellen in Bremen.

Früh morgens auf dem Buntentorsteinweg: Baustellen, Lieferfahrzeuge halten in zweiter Reihe, Autos scheren einfach aus der Parklücke aus, und Radfahrer sehen sich gezwungen, im Slalom zwischen Straßenbahnschienen und Pkw ihren Weg zu finden. Nicht selten mit gerade einmal wenigen Zentimetern zwischen sich und dem fließenden Verkehr.

Situationen wie diese, aber auch marode Radwege, fehlende Beschilderungen und zu kurze Ampelschaltungen können seit August 2019 mit dem ADFC-Mängelmelder erfasst werden.

Mehr Gewicht

Bereits über 900 solcher Gefahrenstellen haben die Bremer dort eingetragen. „Der Mängelmelder ist eine Sammelstelle. So haben die gemeldeten Gefahrenstellen mehr Gewicht, wenn sie an die zuständigen Behörden weiter geleitet werden“, erklärt Pina Pohl, ADFC-Sprecherin in Bremen.

Ziel des Melders ist es, zu dokumentieren was wo verbessert werden kann oder sogar muss, und aufzuzeigen, warum mehr Mittel für die Förderung des Radverkehrs zur Verfügung gestellt werden müssen.

Der ADFC leitet die Daten schließlich an das Amt für Straßen und Verkehr, das Ordnungsamt und den Umweltbetrieb weiter, je nach Zuständigkeit.

Es zeigen sich Hotspots

„In der ersten Phase ging es um die reine Dokumentation, jetzt erproben wir Wege der Zusammenarbeit mit den Behörden“, erklärt Stephan Glinka, verkehrspolitischer Referent beim ADFC Bremen.

Das funktioniere mit so mancher Meldung auch schon ganz gut. Eine Rückmeldung, wie etwa bei der Beseitigung von Schrotträdern, gibt es auch für den ADFC nicht immer.

Auch Falschparker sind häufig ein zeitlich sehr begrenztes Problem. „Wir können bisher dem Ordnungsamt und dem ASV die Hauptrouten und Hotspots aufzeigen“, sagt Glinka.

Marode Radwege und Falschparker am häufigsten

Die überwiegende Mehrheit der von Radfahrern beanstandeten Mängel machen kaputte Radwege, ungünstige Ampelschaltungen und auf den Radwegen parkende Autos aus.

Zahlreiche Meldungen kommen aus den Stadtteilen Neustadt, Walle und Mitte. In der Neustadt, mit dem Fahrradmodellquartier besonders prekär, denn auch von dort gehen Medungen ein.

Ein Blick auf die aktuelle Mängelmelder-Karte zeigt sogar zahlreiche Einträge aus diesem Quartier, ein Hotspot ist die Lahnstraße.

Kontinuierlich weiter melden

Während in der Neustadt zudem besonders viele Schäden an Radwegen genannt wurden, überwiegen in Walle und Horn-Lehe die Meldungen zu irreführenden oder gefährlichen Ampelschaltungen, wie aus einer ersten Statistik des ADFC zum Mängelmelder hervor geht.

Auch falsch parkende Fahrzeuge, die Radwege blockieren, werden am häufigsten aus der Neustadt und aus Walle gemeldet.

Wichtig ist laut Glinka, dass die Radfahrer kontinuierlich melden, was ihnen auffällt. „Viele nehmen die Mängel einfach hin, aber je mehr sich melden, desto fundierter sind unsere Daten“, sagt Glinka.

Den ADFC-Mängelmelder gibt es im Internet unter adfc-bremen.mängelmelder.de

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