Während die SG Arbergen-Mahndorf und der TuS Vahr einer Verschmelzung zugestimmt haben, ist bei OT Bremen das Thema erst einmal vom Tisch. Foto: pv
Bremer Osten

Vereinsfusion: Das Ende der großen Lösung

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Nach der geplatzten Vereins-Verschmelzung im Bremer Osten muss sich OT Bremen neu aufstellen.

Es war der Herzenswunsch von Ute Brunzel und ihrem Vorstandsteam. Doch die Verschmelzung der Sportvereine TSV Osterholz-Tenever (OT Bremen), TuS Vahr und der SG Arbergen-Mahndorf zu einem Großverein mit rund 5.000 Mitgliedern, umfangreichem Sportangebot, großer Strahlkraft und Gewicht – auch gegenüber der Bremer Politik – ist gescheitert. Nachdem die OT-Vorsitzende bei den ersten beiden Abstimmungen über das Vorhaben im November 2019 und März 2020 mit 66 beziehungsweise 71 Prozent der abgegebenen Stimmen jeweils die erforderliche 3/4-Mehrheit verpasst hatte, wird es zu keiner weiteren Abstimmung mehr kommen.

Rund 1.000 fertig geklebte Umschläge mit Anschreiben für eine Briefwahl der Mitglieder hätten bereits bereit gelegen, berichtet Brunzel, doch aufgrund sehr persönlich ausgetragenener Anfeindungen der vereinsinternen Fusionsgegner habe sie die dritte Abstimmung abgeblasen.

Neue Vorstandscrew hat sich formiert

Für die noch amtierende Vorsitzende ist der Fall damit klar. „Ohne Verschmelzung – die auch aus wirtschaftlichen Gründen absolut sinnvoll wäre und eine große Chance für den Verein und den gesamten Sport im Bremer Osten bedeuten würde – stehe ich für keinen Posten mehr im Verein zur Verfügung und werde auf der ordentlichen Jahreshauptversammlung am 24. August auch nicht mehr antreten“, wiederholt Brunzel das, was sie bereits im vergangenen Jahr angekündigt hatte. So halten es auch ihre Vorstandskollegen.

Ist OT – dieser Großverein mit 17 Abteilungen, rund 2.000 Mitgliedern im Breiten-, Wettkampf und Freizeitsport für alle Altersgruppen – damit in wenigen Wochen führungslos? Danach sieht es derzeit nicht aus. Aus Reihen der Verschmelzungsgegner hat sich nämlich eine potenzielle neue Vorstandscrew formiert.

250 Austritte in vergangenen Wochen

Anfang dieser Woche will die Gruppe, die aus sieben Personen bestehen soll noch einmal treffen und ihr Vorgehen besprechen. Danach wolle man auch an die Öffentlichkeit treten und das Konzept für die Zukunft eines eigenständigen Vereins vorstellen.

Zwei Vertreter die Gruppe hätten vor einigen Wochen bereits flüchtig Kontakt zu ihr aufgenommen, berichtet Brunzel, sich danach aber nicht mehr gemeldet, was bei der Vorsitzenden durchaus Skepsis hervorruft.

„Ich wünsche dem Verein, für den ich zwölf Jahre lang als erste Vorsitzende tätig war, natürlich alles Gute“, kündigt Brunzel an, die sich über ihre Entlastung auf der Mitgliederversammlung („Die Finanzen sind super in Ordnung“) keine Sorgen macht – wohl aber darüber, wie es mit „ihrem“ Verein weitergeht. „Ich hoffe, dass es OT in zwei Jahren so noch gibt, wie wir ihn heute kennen. Etwa 250 Austritte habe es in den vergangenen Wochen gegeben, sagt sie.

Mitgliederversammlung am 24. August

„Zum 30. Juni gab es zwar immer eine gewissen Welle, die man in den Monaten danach aber wieder aufholen konnte“, so Brunzel. Aber dieses Mal sei die Zahl, der Austritte doch deutlich größer. Das könne natürlich auch mit Corona zusammenhängen, aber eben auch mit den gescheiterten Fusionsversuchen.

Auf das Konzept der Opposition, wie man OT ohne den Schulterschluss mit anderen Vereinen erfolgreich in die Zukunft führen kann, ist Brunzel auf der Mitgliederversammlung am 24. August (19.30 Uhr, BSA Schevemoor) gespannt.

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