Milot Rashica (links) und Maximilian Eggestein könnten Werder eine Menge Geld einbringen. Foto: Nordphoto Werder hat für Transfers keinen großen Spielraum, da der Verein wegen der Coronakrise deutlich weniger einnimmt. Deshalb müssen Spieler wie Milot Rashica (links) oder Maximilian Eggestein wahrscheinlich verkauft werden. Foto: Nordphoto
Transferperiode

Mit Schieflage in den Sommer

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Weil Werder 30 Millionen Euro in der Kasse fehlen, ist auch kein Stammpieler unverkäuflich.

Jetzt ist erstmal Urlaub! Die Saison ist vorbei, die große Fehleranalyse auch, für die Verantwortlichen von Werder Bremen beginnt nun die Zeit des Entspannens und Ausruhens – zumindest teilweise. Denn die Kaderplanung samt Transfers für die neue Spielzeit macht keine Pause. Und die Transferplanungen werden Trainer Florian Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann ganz sicher auch während der Ferien begleiten – schließlich waren sie noch nie so kompliziert wie in diesem Sommer.

Jung, hungrig und entwicklungsfähig

Werders Ziel mit Blick auf das Aufgebot für die Saison 2020/2021 hat Baumann bereits am Freitag klar formuliert. „Wir wollen wieder eine junge, entwicklungsfähige und hungrige Mannschaft zusammenstellen“, sagte der 44-Jährige und zählte auf: „Dafür brauchen wir robuste, schnelle, athletische aber auch kreative Elemente in unserem Spiel.“ In der Theorie ist das absolut nachvollziehbar. In der Praxis dürfte es allerdings nur sehr schwer umzusetzen sein. Schließlich geht Werder Bremen mit reichlich finanzieller Schieflage in den Transfersommer.

Kredit soll Liquidität des Vereins sichern

Auf etwa 30 Millionen Euro hat Geschäftsführer Klaus Filbry den Verlust beziffert, mit dem der Verein wegen der Corona-Krise für die abgelaufene und die neue Saison planen muss. Zu Beginn der Pandemie war der 53-Jährige sogar von einem Minus in Höhe von 45 Millionen Euro ausgegangen. Der Verlust kommt durch die Mindereinnahmen in den drei Bereichen „Sponsoring“, „Mediale Erlöse“ und „Spielbetrieb“ zustande. So kalkuliert Werder Bremen für die neue Saison etwa mit acht Millionen Euro TV-Geld weniger. Die Liquidität des Vereins sieht Filbry zwar – auch dank des beantragten KfW-Kredits – als gesichert an. Er weiß aber auch, „dass wir erstmal abwarten müssen, wie sich der Transfermarkt entwickelt“. Zunächst müsse es „den einen oder anderen Spieler“ geben, der verkauft wird. Heißt: Ohne Abgänge keine Zugänge, weil dafür schlicht das Geld fehlt.

„Müssen niemanden unter Wert verkaufen“

„Wir sind in einer finanziellen Situation, in der wir ganz offen sagen müssen, dass kein Spieler unverkäuflich ist“, sagte Frank Baumann, der mit dem Abgang von Stammspielern rechnet. Neben Milot Rashica dürften auch Davy Klaassen (Ajax Amsterdam soll Interesse haben), Ludwig Augustinsson, Maximilian Eggestein und Torhüter Jiri Pavlenka in diese Kategorie zählen.
„Das ist notwendig, um das Minus, das durch Corona und die greifenden Kaufverpflichtungen für Leo Bittencourt und Ömer Toprak entstanden ist, etwas auszugleichen“, erklärte Baumann – und betonte: „Wir müssen aber auch niemanden unter Wert verkaufen.“

Transferfenster schließt erst am 5. Oktober

Und dennoch: Das Profil der gesuchten Neuzugänge wird sich gegenüber dem Vorjahr verändern. Hatte Werder Bremen 2019 noch vornehmlich Spieler mit viel Erfahrung geholt (Füllkrug, Toprak, Bittencourt), geht der Blick nun in die andere Richtung. „Wir wollen Positionen mit Spielern besetzen, die jung und entwicklungsfähig sind“, erklärte Florian Kohfeldt und nannte den bereits verpflichteten Felix Agu (20) als Beispiel.
Klar ist: Bis der Kader final zusammengestellt ist, wird noch reichlich Zeit vergehen. Das Transferfenster für den Sommer 2020 ist wegen der Corona-Pause verlängert worden. Es öffnet am 15. Juli und schließt erst am 5. Oktober – Kohfeldts Geburtstag. „Das wäre ein guter Moment für Geschenke“, scherzte der Cheftrainer des SV Werder Bremen. Und ob nun mit viel Geld oder ohne – ein Experte für Transfers am „Deadline-Day“ ist Baumann allemal, wie man in den vergangenen Jahren schon mehrfach feststellen konnte.

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