Milos Veljkovic und Ludwig Augustinsson könnten bei einem Verkauf jeweils mehr als 5 Millionen Euro in die klamme Kasse spülen. Foto: Nordphoto Milos Veljkovic und Ludwig Augustinsson gehören nicht zu den großen Nummern, die Werder einen zweistelligen Millionenbetrag einspielen können. Foto: Nordphoto
Transferkandidaten

Werders Warten und Hoffen

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Da einige Hochkaräter bleiben wollen, ist beim Fußball-Bundesligisten die Zahl der Verkaufskandidaten gering.

Davy Klaassen hat sich selbst aus dem Spiel genommen. Durch seine klare Haltung, beim SV Werder zu bleiben und definitiv nicht zu wechseln, ist schon mal klar: Mit ihm werden die so sehr auf Transfereinnahmen angewiesenen Bremer in diesem Sommer kein Geld verdienen. Ein potenzieller Zehn-Millionen-Euro-Transfer kann abgehakt werden. Da offenbar auch Keeper Jiri Pavlenka nicht gehen wird, stellt sich die Frage: Durch wen kann der Club die dringend benötigten Millionen einnehmen?

Mit elf Millionen in der Pflicht

Werder steht wegen der im vergangenen Sommer getätigten Transfers von Leonardo Bittencourt und Ömer Toprak bei 1899 Hoffenheim und Borussia Dortmund mit zusammen elf Millionen Euro in der Pflicht. Diese Summe muss nun erstmal auf dem Transfermarkt erwirtschaftet werden. Wie? Milot Rashica ist der Hoffnungsträger, der über allen anderen steht. Aber es gibt auch noch andere Kandidaten, die durch einen Verkauf einen größeren Batzen Geld in die Bremer Kasse spülen könnten.

Augustinsson – Linksverteidiger immer gesucht

Gut, dass er sich mit dem entscheidenden Treffer im Relegations-Rückspiel gegen den 1. FC Heidenheim zurück ins Rampenlicht geschoben hat. Man hatte den Schweden schon ein bisschen vergessen während einer Saison, die für ihn persönlich eine Aneinanderreihung von Problemen und Enttäuschungen war. Eine Knie-OP gleich im Sommer, ein Muskelfaserriss im Winter – Augustinsson fiel nicht nur lange aus, sondern verlor auch noch seinen Stammplatz als Linksverteidiger an Marco Friedl. Sein Marktwert sank deshalb knapp unter die Zehn-Millionen-Euro-Marke. Aber natürlich bleibt Augustinsson auf dem Kontinent ein interessanter Spieler – und damit ein potenzieller Verkaufskandidat. Schließlich werden Linksverteidiger immer gesucht. Sein Vertrag läuft noch bis 2022. Möglicher Erlös: 6 bis 8 Millionen Euro.

Eggestein – Angekratztes Juwel

Hätte Werder ihn vor einem Jahr verkauft, hätte der Club einen fetten Reibach machen können. Eggestein wurde im Frühjahr 2019 ordentlich gehyped, die Marktwertkurve bei transfermarkt.de kletterte hoch empor, erreichte sogar die 30-Millionen-Euro-Marke. Doch das blieb Theorie. Ein Top-Club griff nicht zu bei dem Mittelfeldspieler, der dann in der Bremer Krisensaison viel von seinem Glanz verlor. Deshalb soll der 23-Jährige aktuell nur noch 13 Millionen Euro wert sein. Kaum vorstellbar jedoch, dass dieser Preis im Moment tatsächlich zu erzielen ist. Und dass Werder sein bis 2023 ver-traglich gebundenes, aber seit der vergangenen Saison sportlich leicht angekratztes Juwel für noch weniger gehen lässt, ist noch unwahrscheinlicher. Möglicher Erlös: 8 bis 10 Millionen Euro.

Veljkovic – Verlässlich mit guten Pässen

Noch einer aus der Abteilung Abwehr. Veljkovic startete zwar auch mit einer Verletzung in die Saison (Zehenbruch) avancierte dann aber zu einem – von wenigen Ausreißern nach unten abgesehen – soliden Innenverteidiger. Der serbische Nationalspieler dürfte zwar nicht von Top-Clubs umworben werden, doch Mittelklasseteams aus England oder Spanien, die einen verlässlichen Verteidiger mit guten Diagonalpässen suchen, könnten sich für ihn interessieren. Die Bremer Verkaufsbereitschaft sollte gegeben sein, denn zu Veljkovic (Vertrag bis 2022) gibt es im Kader mit Toprak eine prominente Alternative. Möglicher Erlös: 5 bis 7 Millionen Euro.

Milot Rashica – Goldesel soll es rausreißen

Die Geschichte ist schon oft genug erzählt worden, und jeder weiß es: Rashica ist Werders kleiner Goldesel. Oder besser: Er soll es sein. Werder versucht, eine Ablöse von 25 Millionen Euro für den An-greifer rauszukitzeln. Bislang ist nur RB Leipzig in Verhandlungen eingestiegen, will mit seinem Gebot aber nicht über die 20-Millionen-Marke springen. Die Bremer setzen darauf, dass weitere Interessenten in den Poker einsteigen. Dortmund wird nachgesagt, ein Auge auf Rashica geworfen zu haben. Mögli-cherweise steigen noch Clubs aus Italien und England ein. Aber auch bei denen sitzt das Geld längst nicht mehr so locker wie noch vor der Corona-Krise.

Abwarten ist vorerst die Bremer Devise. Sportchef Frank Baumann hat bereits erklärt, dass der Rashica-Transfer keine schnelle Nummer wird, da von der Höhe dieser Ablöse abhängt ob die Bremer noch weitere Akteure abgeben müssen. Möglicher Erlös: 20 bis 22 Millionen Euro.

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