Organisator Robert Martin Dadanski appelliert an alle CSD-Teilnehmer, sich an die Regeln zu halten und Partys nach der Demo zu meiden.Foto: csd-bremen.org Organisator Robert Martin Dadanski appelliert an alle CSD-Teilnehmer, sich an die Regeln zu halten und Partys nach der Demo zu meiden. Foto: csd-bremen.org
Gegen den Hass

Christopher Street Day: Partymäuse unerwünscht

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2020 ist alles anders. Auch der Bremer Christopher Street Day (CSD).

Nachdem die Veranstalter im März zunächst ihre Arbeit fürs erste eingestellt hatten, steht nun fest: Der Bremer CSD findet am 21. und 22. August statt – allerdings anders.

„Wir verlangen von den Teilnehmern mehr, als eigentlich gefordert wird, um wirklich auf Nummer Sicher zu geben“, erklärt Organisator Robert Martin Dadanski.

Kein Alkohol, keine Musik

So muss auf der Demonstration nicht nur der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden, sondern jeder einzelne muss auch eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Fahrzeuge sind in diesem Jahr verboten.

„Wir haben außerdem ein generelles Alkoholverbot und es wird keine Musik geben“, sagt Dadanski. Auf die Musik werde vor allem auch verzichtet, weil der CSD eben keine Feier ist, sondern eine Demonstration. Jede Gruppe muss zudem vier Ordner stellen.

Kundgebung und Demo an zwei Tagen

Bereits am 21. August gibt es eine Kundgebung um 15 Uhr am Bahnhofsvorplatz. Der Demonstrationszug startet dann am 22. August um 12 Uhr am Altenwall (Ecke Stadtbibliothek).

Für beide Tage gilt: Die Teilnahmebedingungen sind strikt einzuhalten. „Wir haben die Kundgebung mit Absicht vor die Demonstration verlegt, damit sich die Menschen hinterher in alle Himmelsrichtungen verstreuen und nicht sammeln“, erklärt Dadanski.

Finanzierung nur über Spenden möglich

In diesem Jahr wird so allerdings auch kein Geld für den CSD 2021 eingenommen, denn das hatte der Verein zu einem Teil immer über den Getränkeverkauf während der Demo getan.

„Wir haben einen Antrag auf Corona-Gemeinnützigkeitshilfe gestellt und an mehreren Stellen in Bremen Spendenstellen eingerichtet“, sagt Dadanski. Spender erhalten eine Regenbogenmaske als Dankeschön. „Wir müssen irgendwie versuchen, bis zum nächsten Jahr zu überleben“.

Die Demo abzusagen kam für den Verein nicht in Frage. „Sie war angemeldet, wir wussten nur nicht, wie sie aussehen würde. Nun ist der diesjährige CSD das Produkt der vergangenen zwei Wochen“, sagt das Vorstandsmitglied des Vereins CSD Bremen.

Kein CSD war keine Option

Die Demo sei dringend nötig, um weiterhin Flagge gegen Hass zu zeigen, sagt Dadanski. Dabei nennt er unter anderem den Strafantrag gegen einen Pastor sowie eine Strafanzeige gegen eine Schule wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen.

„Diese Dinge sind in Bremen passiert und sie zeigen: Kein CSD ist keine Option“, sagt Dadanski.

Kein Grund zum Feiern

Allerdings sei der CSD auch genau wegen dieser und weiterer Beispiele von Hass und Hetze kein Grund zum Feiern. „Einen bunten Partyzug, wie ihn viele Menschen beim CSD erwarten, wird es nicht geben. Betrunkene Partymäuse sollten lieber zu Hause bleiben“, sagt Dadanski und warnt vor CSD-Feiern im Anschluss an die Demonstration.

„Wir distanzieren uns ganz entschieden von solchen Partys. Wer dennoch unter dem CSD-Motto auf eine Feier geht, sollte sich selber fragen, ob dort die Corona-Schutzmaßnahmen eingehalten werden und wenn nicht, ob man dort bleiben sollte“, sagt der CSD-Organisator.

Der CSD Bremen war 1979 der erste in Deutschland und macht nach einer mehrjährigen Pause seit 2016 wieder auf die Rechte von homo-, trans-, inter- und bisexuellen Menschen aufmerksam.

Alle Infos zum CSD 2020 sowie zu den Spendenstellen gibt es unter csd-bremen.org

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