Seit 1994 liegt der Großsegler „Schulschiff Deutschland“ an der Lesummündung in Vegesack. Doch das könnte sich bald ändern. Foto: Harm
Vegesack

Kampf um Standort für das Schulschiff

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Wird das Schulschiff von Bremen nach Bremerhaven verlegt? Am Mittwoch besucht der Vorstand die Seestadt.

Bremen oder Bremerhaven? Wo soll der Großsegler „Schulschiff Deutschland“ in Zukunft liegen? Darüber sollen die 270 Mitglieder des Schulschiff-Vereins abstimmen, findet dessen Vorsitzender Claus Jäger. Er wünscht sich eine „Entscheidung mit breiter Zustimmung“. Wenn sich die Mitglieder im November wieder treffen, möchte der Vorstand zwei Optionen präsentieren.

Option eins ist der Verbleib in Vegesack. Seit 1994 liegt der mehr als 90 Jahre alte Großsegler an der Mündung der Lesum in der Weser. Vieles sprach damals für Vegesack: Zusammen mit dem Museumshafen und dem Speicher sollte das Schulschiff das historische maritime Ensemble bilden. Hinzu kam die Maritime Meile mit der Gläsernen Werft, die weitere Touristen anziehen sollten.

Erstes Treffen zwischen Vorstand und Oberbürgermeister

Die Werft ist Geschichte, das Gelände rund um den Speicher wird neu gestaltet. „Mit der jetzigen Entwicklung spielen Denkmäler keine Rolle mehr und die Tourismuskonzeption ist herabgesetzt worden“, kritisiert Jäger.

Option zwei ist ein neuer Liegeplatz im Museumshafen in Bremerhaven. Jäger hatte in den vergangenen Wochen immer wieder die Seestadt ins Spiel gebracht. Am kommenden Mittwoch spricht der Vereinsvorstand erstmals mit Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz darüber. „Wir wollen ausloten, welche Möglichkeiten es gibt“, sagt Jäger.

Mehr Potenzial in Bremerhaven?

Bremerhaven gewänne mit dem Schulschiff dazu, sagt Magistratssprecher Volker Heigenmooser. „Das Schiff bekäme einen attraktiven Liegeplatz im Neuen Hafen, Bedingungen werden aus Bremerhaven nicht gestellt“, sagt Heigenmooser.

Dem Schulschiff fehlten Besucher, sagt Jäger, der seit 1996 dem Verein vorsitzt. 2018 standen den Einnahmen von 200.000 Euro die Kosten von 260.000 Euro gegenüber. Die Ausgaben wären noch höher ausgefallen, wenn sich nicht so viele Ehrenamtliche und der hauptamtliche Schiffsbetriebmeister um Reparaturen und Instandhaltung kümmerten, sagt Jäger.

Die Hälfte der Einnahmen erzielt der Verein aus dem Eintrittsgeld der Schiffsbesucher und aus Veranstaltungen. Für diesen Bereich sieht Jäger in Bremerhaven mehr Potenzial. Nur 8.000 Besucher kämen pro Jahr zum Schulschiff in Bremen, aber 80.0000 zum U-Boot mit Technikmuseum im Museumshafen Bremerhaven.

Bürgerschaftsabgeordnete schließen sich zusammen

Zwar liege ihm viel am Bremer Norden, sagt Jäger. „Das ist hier mein Revier.“ Aber am Ende müsse der Verein schauen, wo die Zukunft des Schulschiffs gesichert sei.

Bürgerschaftsabgeordnete von SPD, CDU, Grünen und Linken aus Bremen-Nord haben ein gemeinsames Statement verfasst. „Es macht aus unserer Sicht keinen Sinn, diese wichtige Attraktion der maritimen Meile aus dem maritimsten Stadtteil Bremens abzuziehen und nach Bremerhaven zu verlagern“, schreiben sie.

Wirtschaftsbehörde erwartet Ergebnisse im November

Auch der Beirat Vegesack dürfte sich heute für den Verbleib des Schiffs in Vegesack aussprechen. In einem gemeinsamen Antrag fordern die Parteien Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt auf, die wirtschaftliche Situation des „Schulschiffes Deutschland“ nachhaltig zu verbessern.

Das Ressort sei „mit allen Akteuren im Dialog“, sagt Ressortsprecher Kai Stührenberg. Ein Ergebnis erwartet er aber erst im November.

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